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1. Das Leben der anderen (2005) 2. Das Leben ist schön (1997) 3. Schindlers Liste (1993)
4. Der Vorleser (2008) 5. Von Löwen und Lämmern (2007) 6. Der ewige Gärtner (2005) 7. Die Fälscher (2006) 8. Hotel Ruanda (2004) 9. Der letzte König von Schottland (2006) 10. Der neunte Tag (2004)
Weitere sehenswerte Filme zur (Zeit-) Geschichte: Die Plätze 11-44 in alphabetischer Reihenfolge
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1. DAS LEBEN DER ANDEREN
Regie: Florian Henckel von Donnersmarck, Deutschland, 2005.- 137 min. Hauptdarsteller: Martina Gedeck, Ulrich Mühe, Sebastian Koch, Ulrich Tukur, Thomas Thieme
Der Film spielt in der DDR wenige Jahre vor ihrem Ende. Ein Minister setzt einen Stasi-Abhörspezialisten auf einen renommierten Dramatiker an, um seine "Loyalität" zu überprüfen. Tatsächlich aber will er dessen Frau, eine erfolgreiche Theaterschauspielerin, für sich. Die Wohnung des Paares wird verwanzt und der Abhörspezialist - brillant gespielt von Ulrich Mühe - sitzt auf dem Dachboden des Hauses und verfolgt das Leben der Eheleute. Doch dabei gerät sein Glauben ans System zunehmend ins Wanken und er beginnt, sich einzumischen... Zu Recht mit dem Oskar ausgezeichnet, zieht dieser Film jeden Zuschauer in seinen Bann. Herausragende Schauspieler - allen voran Ulrich Mühe, aber auch Martina Gedeck und Sebastian Koch - und die spannende intensive Inszenierung lassen den Zuschauer den Atem anhalten - bis zum Schluss.
2. DAS LEBEN IST SCHÖN
Regie: Roberto Benigni, Italien, 1997. - 124 min. Hauptdarsteller: Roberto Benigni, Nicoletta Braschi, Giorgio Cantarini
Roberto Benigni, von Haus aus eigentlich ein "hoffnungsloser" Komödiant (siehe auch "Night on earth"), inszenierte hier den wohl ungewöhnlichsten Film zum Thema Konzentrationslager und Holocaust. Die erste Hälfte des Films erzählt von einem italienischen Juden, der sich Ende der 30er Jahre in eine hübsche Lehrerin verliebt und sie schließlich heiratet. Das Glück wird durch die Geburt eines Sohnes gekrönt. Dieser erste Teil des Films ist witzig und romantisch zugleich, genau so, wie man es von diesem Regisseur, der noch dazu die Hauptrolle spielt, erwarten würde. Doch dann entwickelt sich der Film zu einer bitter-absurden Komödie, die einem das Lachen bisweilen im Gesicht gefrieren lässt. Vater und Sohn werden 5 Jahre später in ein Vernichtungslager deportiert. Um dem kleinen Jungen die grausame Wahrheit vorzuenthalten, gaukelt der Vater ihm ein großangelegtes "Spiel" (!!!) vor, für dessen Gewinner es später sogar einen tollen Preis geben wird. Grandiose und amüsante Einfälle in der Umgebung eines Konzentrationslagers im Kontrast zur brutalen und schrecklichen Realtität prägen den zweiten Teil des Films und lassen ihn zu einem unvergesslichen Erlebnis werden - bis hin zur "Verleihung" des Hauptpreises...
3. SCHINDLERS LISTE
Regie: Steven Spielberg, USA, 1993. - 195 min. Hauptdarsteller: Liam Neeson, Ben Kingsley, Ralph Fiennes, Caroline Goodall, Jonathan Sagalle
Wer hätte solch einen Film dem E.T.-Regisseur Spielberg zugetraut? Die Thematik muss ihm persönlich am Herzen gelegen haben, denn diese in der Öffentlichkeit relativ unbekannte Geschichte noch dazu in schwarz-weiß ins Kino zu bringen, war sicherlich ein großes Wagnis. Doch Liam Neeson als Oskar Schindler und Ben Kingsley als sein jüdischer Angestellter brillieren (neben anderen, zum Teil authentischen Personen) in dieser Geschichte um die Rettung von 1100 Juden vor dem Vernichtungslager. Schindler nutzte damals seinen Einfluss in der Partei, um Arbeiter für seine Fabrik zu bekommen und vor der Deportation zu bewahren. Vorwiegend an Originalschauplätzen gedreht, ist dieser Film ein bewegendes Zeugnis aktiver Menschlichkeit in einer unmenschlichen Umgebung.
4. DER VORLESER
Regie: Stephen Daldry, USA/Deutschland, 2008. - 124 min. Hauptdarsteller: Kate Winslet, Ralph Fiennes, David Kross, Lena Olin, Bruno Ganz
Auch dieser Film tangiert die nationalsozialistische Vergangenheit - in Person einer ehemaligen KZ-Wärterin, die Ende der 50er Jahre als Straßenbahnschaffnerin arbeitet. Dabei trifft sie auf einen 15jährigen Schüler, der sich ahnungslos in sie verliebt und von ihr in die "Geheimnisse der Liebe" eingeführt wird, während er ihr aus Werken der Weltliteratur vorliest. Dabei ahnt er nicht, dass sie Analphabetin ist und sich dafür über alles schämt. Als sie von der Straßenbahn ins Büro "befördert" werden soll, verschwindet sie spurlos. Knapp 10 Jahre später trifft der Schüler - mittlerweile Jurastudent - die Frau völlig überraschend in einem Gerichtssaal wieder, wo sie sich für ihre Taten als KZ-Wärterin verantworten muss. Für den Studenten bricht eine Welt zusammen, doch er muss eine Entscheidung fällen, denn er könnte sie im Prozess entlasten... Hauptdarstellerin Kate Winslet brilliert in dieser eindrucksvollen Verfilmung des gleichnamigen Buches von Bernhard Schlink und wurde völlig zu Recht mit einem Oskar ausgezeichnet.
5. VON LÖWEN UND LÄMMERN
Regie: Robert Redford, USA, 2007. - 92 min. Hauptdarsteller: Robert Redford, Meryl Streep, Tom Cruise, Michael Peña, Peter Berg, Derek Luke, Andrew Garfield
Redford, der sich offenbar nicht nur für Filme engagiert, inszenierte hier einen überaus aktuellen Streifen, der eindrucksvoll hinterfragt, wie Politik funktioniert, welche Rolle die Presse dabei spielt und welche Verantwortung Jede und Jeder für unsere Gesellschaft hat. Redford spielt einen Politikwissenschaftler, der seinen Studenten ermahnt, sich auch weiterhin kritisch und engagiert - nicht nur im Studium - zu verhalten, während dieser seinen Dozenten mit der Sinnlosigkeit dieses Engagements konfrontiert. In einem zweiten Handlungsstrang will ein Senator (aalglatt: Tom Cruise) eine erfahrene Journalisten (Meryl Streep) von der Notwendigkeit einer geheimen militärischen Operation in Afghanistan überzeugen. Der Zuschauer allerdings weiß, dass diese Operation bereits angelaufen ist und verfolgt sie in einem dritten Handlungsstrang direkt mit. Die beiden Hauptpersonen dieser Operation wiederum stehen in Zusammenhang mit dem ersten Handlungsstrang und sind u.a. Gegenstand der Unterhaltung zwischen Redford und seinem Studenten. Das hört sich ein wenig verschachtelt an, ist aber durchaus plausibel und verständlich. Bestechend sind die Dialoge des meisterhaften Drehbuchs, die nach und nach die Zusammenhänge aufzeigen. Ein äußerst sehenswerter Film.
6. DER EWIGE GÄRTNER
Regie: Fernando Meirelles, Großbritannien, 2005. - 129 min. Hauptdarsteller: Ralph Fiennes, Rachel Weisz, Hubert Koundé
Globalisierung und ihre Auswirkungen auf die Dritte Welt ist das Thema dieses überaus spannenden Films, der Melodram, Thriller und Politdrama in einem ist. Ralph Fiennes spielt überzeugend einen britischen UN-Mitarbeiter in Kenia, den das Elend außerhalb der Mauern seines Domizils (mit großem Garten) weitgehend kalt lässt. Doch seine Frau - überragend: Rachel Weisz - engagiert sich ohne sein Wissen und deckt ein Komplott eines Pharmaunternehmens auf, das mit unausgereiften AIDS-Mitteln experimentiert. Ihre Ermordung bringt ihn zunächst völlig aus dem Gelichgewicht, doch dann beginnt auch er, der Sache auf den Grund zu gehen... Ein engagierter und anspruchsvoller Film, hervorragend gespielt und inszeniert.
7. DIE FÄLSCHER
Regie: Stefan Ruzowitzky, Deutschland/Österreich, 2006. - 98 min. Hauptdarsteller: Karl Markovics, August Diehl, Devid Striesow, Martin Brambach, August Zirner, Veit Stübner, Sebastian Urzendowsky, Andreas Schmidt
Der 4. Film dieser Top-10, der sich um das Thema Nationalsozialismus und Holocaust dreht: Er erzählt die wahren Begebenheiten in einem Sondertrakt des KZ Sachsenhausen, in dem Gefangene (politische und jüdische) ihr Leben retten können, weil ihre Fachkenntnisse für eine Geldfälsch-Aktion im großen Stil benötigt werden. Doch schon bald entsteht Uneinigkeit unter den Gefangenen, da sie besseres Essen und eine Tischtennisplatte (!) als Bestechung zur Unterstützung eines menschenverachtenden Regimes annehmen. August Diehl und Karl Markovics beeindrucken in diesem "Kammerspiel" als Gegenspieler - Opportunist gegen Moralisten, Überlebenstrieb gegen Gewissenskonflikt. Ein hervorragend inszenierter Film, dessen Aussage nicht auf das KZ und seine Zeit beschränkt bleiben sollte, denn in der überaus eindrucksvollen Schlussszene wird klar, dass diese moralischen Konflikte auch in der heutigen Welt einen großen Stellenwert haben: Der "Sondertrakt" als Bild für die westliche Welt, der es gut geht - und die vom Trakt hermetisch abgeschirmte Umgebung, in der sich die eigentlichen Tragödien abspielen.
8. HOTEL RUANDA
Regie: Terry George, Südafrika/Großbritannien/Italien/Kanada, 2004. - 122 min. Hauptdarsteller: Don Cheadle, Sophie Okonedo, Nick Nolte, Joaquin Phoenix
Der Film erinnert - ähnlich wie "Schindlers Liste" - an grauenvolle Ereignisse und die Zivilcourage eines Einzelnen, die vielen Menschen das Leben rettet. In diesem Fall geht es um den "Völkermord" in Ruanda 1994, als die Mehrheit der Hutu den Stamm der Tutsi auslöschen wollten. Über 1000 Menschen finden dabei Zuflucht in einem Luxushotel, als dessen Manager mit Geschick und über seine Kontakte ihnen dort einen Unterschlupf vor den mordenden Milizen bieten kann. Auch die unselige Rolle der UN-Blauhelme wird angesprochen und verkörpert durch deren machtlosen Befehlshaber, überzeugend gespielt von Nick Nolte. Unvergessen bleibt unter anderem eine Autofahrt im morgendlichen Nebel, die plötzlich äußerst holperig wird, obwohl die Straße in gutem Zustand ist...
9. DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND
Regie: Kevin Macdonald, Großbritannien / USA / Deutschland, 2006. - 123 min. Hauptdarsteller: Forest Whitaker, James McAvoy, Kerry Washington, Gillian Anderson, Simon McBurney, David Oyewolo
Ein junger schottischer Arzt kommt 1971 nach Uganda und lernt durch Zufall den charismatischen Idi Amin kennen, der sich mit äußerster Brutalität an die Macht geputscht hat und seinen Landsleuten rosige Zeiten verspricht. Der Schotte avanciert zum Leibarzt des Diktators und muss miterleben, wie sich vor seinen Augen ein Terrorregime entwickelt. Geblendet von der Macht und den dazugehörigen Annehmlichkeiten verschließt er - trotz vieler Hinweise - lange die Augen vor der Realität, bis er sich in eine der Nebenfrauen Amins verliebt. Der Film wird getragen von der grandiosen Leistung Forest Whitakers als launischer Diktator Amin, den er so gut verkörpert, dass man das Verhalten des jungen unerfahrenen Arztes beinahe nachvollziehen kann.
10. DER NEUNTE TAG
Regie: Voker Schlöndorff, Deutschland/Luxemburg, 2004. - 97 min. Hauptdarsteller: Ulrich Matthes, August Diehl, Hilmar Thate, Bibiana Beglau
Der 5. Film mit NS-Problematik erzählt von einem Priester aus dem berüchtigten "Pfarrerblock" des KZs Dachau, der im Januar 1941 für neun Tage in seine Heimat Luxemburg zurückgeschickt wird, wo ihn ein aalglatter junger Gestapo-Mann für die NS-Kirchenpolitik gewinnen will. Das sich nun entwickelnde Kammerspiel zeigt einen Geistlichen, der zwischen Verantwortungsbewusstsein und Überlebenstrieb schwankt und sich dabei den theologisch verqueren Einflüsterungen des NS-Mannes stellen muss. Basierend auf einem authentischen KZ-Tagebuch handelt dieser Film von der Einsamkeit einer existentiellen Entscheidung und thematisiert Schuld und Vergebung nicht neu aber umso eindrucksvoller.
Die Plätze 11 - 44 in alphabetischer Reihenfolge:
11. Ali Zaoua – auf den Straßen von Casablanca (Frankreich/Marokko/Belgien, 2000, 90 min.) 12. Alles ist erleuchtet (USA, 2005, 103 min.) 13. Am Ende kommen Touristen (Deutschland, 2007) 14. Amistad (USA, 1997, 152 min.) 15. Auf Wiedersehen Kinder (Frankreich, 1987, 105 min.) 16. Babel (USA/Mexiko, 2006, 144 min.) 17. Balzac und die kleine chinesische Schneiderin (Frankreich, 2002, 116 min.) 18. Band von nebenan, Die (Israel/Frankreich, 2007, 88 min.) 19. Dish, The (Australien, 2000, 101 min.) 20. Esmas Geheimnis (Bosnien-Herzegovina/Kroatien/Österreich/Deutschland, 2006, 95 min.) 21. Forrest Gump (USA, 1993, 142 min.) 22. Good bye, Lenin! (Deutschland, 2002, 121 min.) 23. Hair (USA, 1977, 121 min.) 24. Innere Sicherheit, Die (Deutschland, 2000, 106 min.) 25. JFK (USA, 1991, 187 min.) 26. Kaltes Land (USA, 2005, 126 min.) 27. Letzte Versuchung Christi, Die (USA, 1988, 164 min.) 28. Long walk home (Australien, 2002, 94 min.) 29. Mädchen mit dem Perlenohrring, Das (Großbritannien/Luxemburg, 2003, 101 min.) 30. Marsch, Der (USA, 1990, 93 min.) 31. Mein Bruder ist ein Einzelkind (Italien/Frankreich, 2007, 100 min.) 32. Mission (Großbritannien, 1986, 125 min.) 33. Name der Rose, Der (Deutschland/Italien/Frankreich, 1986, 131 min.) 34. Paradise now (Niederlande/Deutschland/Frankreich, 2004, 91 min.) 35. Passion Christi (USA, 2004, 127 min.) 36. Pianist, Der (Frankreich/Deutschland/Polen/Großbritannien 2002, 149 min.) 37. Rachida (Algerien/Frankreich, 2002, 100 min.) 38. Ran (Japan/Frankreich, 1985, 162 min.) 39. Sonnenallee (Deutschland, 1999, 94 min.) 40. Spiel der Götter (Bhutan/Australien, 1999, 94 min.) 41. Stellvertreter, Der (Frankreich/Deutschland, 2001, 130 min.) 42. Thirteen days (USA, 2000, 145 min.) 43. Untergang, Der (Deutschland, 2004, 155 min.) 44. Walk on water (Israel, 2004, 103 min.)
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