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Länderinfo: Hauptstadt: Brasilia Größe: 8.514.215 qkm Einwohner (2007): 188,6 Mio.
* Allgemeines * Rio de Janeiro * Tropic Islands * Itaipu und Iguacu * Literatur * Fotogalerie und Fotoshow
Allgemeines Reisetermin: 25.06.-29.06.1997 (5 Tage) Organisation: "Miller Reisen" (Schlier) Flug: Iberia (Innerkontinentalflüge: Aerolineas Argentinas) Reiseart: Flug-, PKW-, Boots- und Busreise Unterkunft: 2 Hotels in Rio de Janeiro und Iguacu Mitreisende: "Gruppenreise" (Meine Frau und ich) Wetter: Sehr warm, im Regenwald schwül warm
Brasilien war das erste Land unserer rund 2wöchigen Südamerikareise, die in kürzester Zeit die Top-Highlights des Kontinents zum Ziel hatte. Zusammen mit dem Veranstalter Miller-Reisen stellte ich eine Reiseroute zusammen, die durch die vielen Flüge zwar recht anstrengend werden, aber unvergesslich bleiben würde. Die weiteren Stationen der Reise waren Argentinien, Paraguay, Bolivien und Peru. Angekündigt als "Gruppenreise" stellte sich schon am Flughafen in Rio heraus, dass die "Gruppe" nur aus 2 Personen + Guide bestand - und zwar in jedem Land! Es wurde eine echte Luxusreise mit vielen Top-Hotels und - wie erwähnt - persönlichen Guides an jedem Ort. Wir starteten am 25.6. in Hamburg und flogen über Madrid nach Rio de Janeiro.
 Rio de Janeiro Die erste Überraschung erwartete uns am Gepäckband: die Reisetasche meiner Frau tauchte nicht auf und wir durften eine Vermisstenanzeige schreiben. Einen Tag später war die Tasche dann von ihrer Extratour nach Santiago de Chile zurück und wurde uns ins Hotel gebracht. Am Flughafen erwartete uns Reiseleiter Fabio Carneiro de Mendonca Neto (!), unter anderem auch Olympiateilnehmer 1972 in München (Volleyball, 7. Platz für Brasilien). In seinem privaten alten VW Quantum (Passat) brachte er uns zum 4-Sterne-Hotel Rio Roiss im Stadtteil Copacabana (der Strand war tatsächlich um die Ecke). Gegen 12 Uhr begann unsere Stadtrundfahrt zu dritt. Für einen ersten Überblick bestiegen wir zunächst die Seilbahn zum Pao de Acucar, dem berühmten Zuckerhut. Trotz des Dunstes über der Stadt war der Blick fantastisch. Am anderen Ende der Stadt konnte man eben noch die Christusstatue im Nebel erkennen. Nächste Station war die Neue Kathedrale (1976), deren Äußeres dem Turm von Babel auf Breughels berühmten Gemälde gleicht. Innen beeindruckten die riesigen bunten Glasfenster. Eine weitere Station der Rundfahrt war der Convento de Santo Antonio von 1653 - ein fantastisches Kloster. Weiter gings zum Highlight von Rio: dem 704m hohen Corcovado mit seiner (nur) 30m hohen Christusstatue von 1931. Der Blick von hier aus war noch besser als vom Zuckerhut. Die ganze Stadt liegt einem zu Füßen - wie ein Blick aus dem Himmel.
Tropic islands Der nächste Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück im 12. Stock unseres Hotels. Die Zeit reichte auch noch für einen Spaziergang über die Copacabana, dem weltberühmten, aber nicht sonderlich bemerkenswerten Strand. Dann stand eine Bootstour zu einer dem Festland vorgelagerten kleinen tropischen Insel auf dem Programm. In Hacuruca bestiegen wir einen Segelschoner, der uns bei fantastischem Wetter zur Insel brachte. Das Boot hatten wir natürlich nicht für uns alleine, es gab Mitfahrer aus diversen anderen Ländern, natürlich auch Deutschland. Während der Fahrt wurden an Bord Getränke gemixt, an Land gab es dann - nach dem obligatorischen Empfangsfoto mit Südsee"schönheit" - ein Mittagessen bei 36° C. Danach blieb noch einige Zeit zum Strandlaufen und Rumdösen, bevor wir wieder unseren Segler besteigen mussten.
Itaipu und Iguacu Nach einem kurzen Flug erreichten wir am nächsten Tag gegen Mittag den Flugplatz Iguacu. Doch bevor wir zu den Wasserfällen fuhren, stand noch ein Abstecher zum (1997) größten Staudamm der Welt an: Itaipu - der "singende Fels". Von 1975 bis 1991 wurde dieses gigantische Bauwerk errichtet. Ein paar Zahlen: 196m hoch, 7,7km lang, 18 Generatoren mit 12600 MW Leistung. Der Rio Parana wird hinter der Mauer in einem Becken von 1350 qkm aufgestaut und erzeugt 78% des gesamten Strombedarfs von Paraguay (!) und 26% des brasilianischen Bedarfs. Beide Länder betreiben den Damm gemeinsam, da die Grenze mitten auf dem Damm verläuft. Besonders beeindruckend ist der 380m breite Hochwasserüberlauf wo in einem tosenden Inferno über 62000 cbm Wasser pro Sekunde (!) in die Tiefe schießen. Der Gang über den Damm bescherte uns nebenbei einen kurzen Aufenthalt in Paraguay. Nach diesem eindrucksvollen Erlebnis wurden wir zu unserem Luxushotel gebracht: "Hotel das Cataratas", ein im Kolonialstil erbauter Luxusschuppen, der "normalerweise" 288 Dollar/Nacht verlangt. Die Lage des Hotels ist einmalig: mitten im Urwald hört man die nahen Wasserfälle und kann vom Hotelturm sogar die Fälle sehen. In Iguacu - genau auf der Grenze von Brasilien und Argentinien - befinden sich die größten Wasserfälle der Erde. Dieses gigantische Schauspiel ist mit Worten gar nicht zu beschreiben. Die Niagarafälle sind dagegen ein Rinnsal... Noch am selben Nachmittag machten wir uns zu den Fällen auf und entdeckten einen Hubschrauber, mit dem Rundflüge angeboten wurden. Für "nur" 50 Dollar bestiegen wir einen Helikopter und gönnten uns das Schauspiel von oben - ein unvergessliches Erlebnis mit Blick auf die gesamten Wasserfälle wie sie nur von oben zu sehen sind, sowie das endlose Grün des Dschungels, durch den sich der Rio Parana schlängelt. Nach der Begrüßung durch zwei kleine Nasenbären am Hoteleingang machten wir uns erneut auf den Weg zu den Fällen, diesmal zu Fuß auf der brasilianischen Seite. Oberhalb der "Teufelsschlucht" (Gargantua del Diablo, 75m hoch) sind noch Reste der Aussichtsstege zu sehen, die früher einmal einen noch besseren Blick in die Schlucht ermöglichten, bevor sie vom Hochwasser weggerissen wurden. Dennoch kamen wir so nahe an die tosenden Fälle heran, dass eine Unterhaltung nicht mehr möglich war. Von der "Teufelskehle" aus gibt es sogar 14 Fälle von je 100m Höhe auf einmal zu sehen. Am späten Vormittag sollten wir dann die Fälle noch intensiver erleben - per Rafting. In einem kleinen Jeep, der aussah, als stamme er aus den Requisiten von "Jurassic Park" fuhren wir mitten durch den eindrucksvollen Dschungel den Rio Parana hinauf zur Rafting-Anlegestelle. Ausgestattet mit transparenten Regenponchos (Made in Vietnam) und Schwimmwesten gings mit vollem Tempo Richtung Wasserfälle - und mitten hinein in eine gigantische Wand aus Wassernebel. Ohne die Ponchos wären wir wohl völlig durchnässt gewesen. Für den Lärm hätte sich sogar der Verkauf von Ohrstöpseln noch gelohnt... Nach dem Mittagessen verließen wir dann Brasilien und begaben uns über die Grenze auf die argentinische Seite der Fälle.
Literatur
Stefan U. Mühleisen Brasilien 1. Auflage 1995 München: Polyglott Reihe: Polyglott-Reiseführer; 798 ISBN 3-493-62798-X 96 S., viele Ill.
Südamerika Hg. von Tony Perrottet Überarb. Auflage 1996 München: Langenscheidt Reihe: APA Guides; 116 ISBN 3-8268-1401-0 413 S., viele Ill.
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