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Länderinfo: Hauptstadt: Berlin Größe: 357.112 qkm Einwohner (2011): ca. 81,768 Mio.
* Allgemeines * Tour 1: Bad Tölz * Tour 2: Tatzlwurmschlucht und Fischbachau * Tour 3: Mittenwald * Tour 4: Zugspitze, Garmisch und Ettal * Tour 5: Wendelstein * Tour 6: Schliersee * Tour 7: Walchenseekraftwerk und Benediktbeuern * Literatur * Fotogalerie und Fotoshow
Allgemeines
Reisetermin: 27.07. - 07.08.2011 (12 Tage) Organisation: selbst / Gesundheit & Reisen Fahrt: Eigenes Auto Unterkunft: Hotel Arabella Sheraton am Spitzingsee (Bayern) Mitreisende: Frau und Tochter Wetter: Vom strahlenden Sonnenschein bis zu heftigem Regen
Der erste längere Urlaub in Deutschland seit vielen Jahren führte uns über mehrere Zwischenstationen - unter anderem das äußerst interessante Technikmuseum Sinsheim und der mir zuvor völlig unbekannte sehenswerte kleine Ort Bad Wimpfen zum Spitzingsee. Er liegt in rund 1100m Höhe im äußersten Süden der Republik nahe dem Schliersee (70km südlich von München). Das Arabella-Sheraton ist ein sehr empfehlenswertes Hotel mit schönen Zimmern, freundlichem und gutem Service und einer sehr guten Küche. Die Lage direkt am See ist wunderschön, während der Ort selbst nur aus wenigen Häusern und einer kleinen Kirche besteht - also nicht so überlaufen wie andere Orte an Seen. Der Aufenhalt wurde "gesponsert" von unserer Krankenkasse unter der Auflage, je 4,5 Std. Nordic Walking und Progressive Muskelentspannung zu absolvieren - das sogenannte "Präventionsprogramm". Da Nordic Walking in den Bergen sich grundlegend von dem im norddeutschen Flachland unterscheidet, kamen wir auch ganz schön auf Touren. Für unsere mittlerweile 6jährige Tochter organisierte das Hotel eine sehr nette Kinderbetreuung. Das Präventionsprogramm erstreckte sich nur über die ersten 4 Tage, so dass noch Zeit genug für einige Ausflüge ins bayerische Umland blieb. Die Rückfahrt traten wir am 5.8. an - ebenfalls wieder mit mehreren Zwischenstationen. Wie zum Beispiel der Playmobil-Erlebnispark in Zirndorf nahe Nürnberg, die sehenswerte Stadt Marktheidenfeld und ein weiteres Highlight von gut erhaltenden deutschen Städten: Duderstadt.
Tour 1: Bad Tölz Die Tour ins relativ nahegelegene Bad Tölz begann mit einem Stopp am Blomberg, an dessen Hängen sich die längste deutsche Sommerrodelbahn befindet. Die Fahrt hinauf zum Start der 1226m langen Strecke wurde zur ersten Sesselliftfahrt meiner Tochter, während die anschließende Abfahrt zur ersten Sommerrodelfahrt wurde. Beides nicht ganz angstfrei... Bad Tölz selbst sahen wir uns zunächst von einer Kiesinsel mitten in der Isar an, die aufgrund des niedrigen Wasserstands mit nackten Füßen und hochgekrempelten Hosen erreicht werden konnte. Im strahlenden Sonnenschein flogen tonnenweise Kieselsteine ins Wasser bevor wir uns zur Besichtigung der eigentlichen Sehenswürdigkeit von Bad Tölz - der Marktstraße - aufmachten. Vom 15.-18. Jahrhundert erbaut reihen sich hier die buntbemalten (Lüftlmalerei) Häuser aneinander und rahmen eine sehr großzügige breite Fußgängerzone ein. Hier kann man stundenlang draußen auf Cafehausstühlen sitzen und dem Treiben auf der Straße zusehen. Leider wurde die Idylle durch heranziehende Wolken samt Regen beendet.
Tour 2: Tatzlwurmschlucht und Fischbachau Unserem Hotel noch näher liegt die Tatzelwurmschlucht (10km östlich von Bayrischzell). Hier stürzt in mehreren Etappen ein mächtiger Wasserfall in die Tiefe, den man von einer Brücke aus (fast) hautnah erleben kann. Der Drache, nach dem die Schlucht benannt ist, war glücklicherweise gerade nicht zu Hause. Auf der Rückfahrt fuhren wir einen kleinen Umweg über den kleinen Ort Fischbachau, in dem wir die ersten prächtig bemalten Kirchen besuchten. Das Martinsmünster war leider wegen Bauarbeiten gesperrt, aber nicht weniger sehenswert ist die benachbarte Friedhofskapelle (!) Mariä Schutz von 1635. Die Pracht der barocken Malerei in Rosa erschlägt beinahe den Betrachter. Noch heftiger wurde es in der Wallfahrtskirche Birkenstein, ebenfalls in Fischbachau gelegen. Dieser 1710 errichtete Bau enthält eine Wallfahrtskapelle, deren winziger Innenraum (max. 10 Personen) über und über mit Figuren, Schmuck und Gold bedeckt ist.
Tour 3: Mittenwald Eine etwas längere - aber umso schönere - Strecke führte uns einen Tag später nach Mittenwald. Nahe der österreichischen Grenze befuhren wir unsere erste (und einzige) Mautstraße. Die winzige Straße führte direkt entlang der Isar und bot immer wieder Haltepunkte, um bei schönstem Sonnenschein die Füße in die Isar zu halten oder ein Picknick zu machen. Nahe Mittenwald besuchten wir zunächst die Leutaschklamm, eine extrem enge Schlucht, für deren Betreten der Grenzübertritt nach Österreich notwendig war. Ein schmaler Steg führt durch die 300m lange Schlucht bis an deren nassem Ende der tosende 23m hohe Wasserfall ins Blickfeld kommt. Direkt oberhalb des Wasserfalls befindet sich eine Brücke, die einen noch besseren Blick ermöglicht hätte, jedoch mit einer 6jährigen nicht ohne Getragenwerden zu erreichen ist. Ähnlich prachtvoll bemalte Häuser wie in Bad Tölz - nur eine Nummer kleiner - zieren die idyllische Geigenbauerstadt Mittenwald. Besonders zu erwähnen ist der komplett bemalte Kirchturm von St. Peter und Paul. So etwas hatte ich bislang noch nie gesehen. Im Inneren erwartet den Besucher Rokoko von 1738 - Geschmackssache... Eine Besonderheit - zumindest für Norddeutsche - ist die Beschilderung der Sitzbänke. Jeder Kirchenbesucher hat(te) offensichtlich seinen festen, durch ein Emaill-Namensschild gekennzeichneten Platz - Männer rechts, Frauen links.
Tour 4: Zugspitze, Garmisch und Ettal Höhepunkt der Tour und Grund für die Auswahl des Hotels war der höchste Berg Deutschlands bzw. dessen gute Erreichbarkeit. Während sich am Spitzingsee bereits wieder die Wolken verdichteten, brachen wir am 1.8. zur Zugspitze auf. Noch bevor wir das nahegelegene Garmisch-Partenkirchen erreichten, verschwanden die Wolken und gaben einen blauen Bilderbuchhimmel frei. Wir fuhren sofort durch zum Eibsee (1000m Höhe), von wo die Eibseeseilbahn zum Zugspitzgipfel abfährt. Erwähnenswert sind noch die desolate Parkplatzsituation an der Seilbahn und der Fahrpreis, der diese Fahrt zur teuersten meines Lebens machte: Pro Erwachsener 48 Euro + 7 Euro für Kinder. Macht zusammen 103 Euro! Auf der anderen Seite ist diese Fahrt über 2 gigantische Stahlmasten (mit beängstigendem Schaukeleffekt) und ein 1080m langes freihängendes Stahlseil schon etwas Besonderes. Erst recht bei unserem tollen Wetter, das uns einen fantastischen Blick hinunter auf den Eibsee sowie auf die Bergsteiger und Wanderer, die lieber zu Fuß den Berg erklimmen, ermöglichte. Die Aussicht aus fast 2964m (Gipfelkreuz) Höhe entsprach völlig den Lobeshymnen im Reiseführer. Ein einmaliger Blick über die zahllosen Gipfel der Alpen tat sich vor uns auf. Lediglich die Temperaturen und die Schneehöhe entsprach nicht den Vorhersagen. Wir waren viel zu warm angezogen und der Schnee fehlte (fast) völlig. Die Gipfelregion selbst ist nicht sonderlich sehenswert, da sie von zahlreichen Gebäuden (Restaurants, Forschungsstation, Wetterstation, Antennen, Satellitenschüsseln usw. zugepflastert ist. Lediglich das Gipfelkreuz ist noch frei - dort aber stauten sich über den schmalen Zugang die Besucher. Zusammen mit einigen hundert anderen Besuchern genehmigten wir uns die höchste Bratwurst Deutschlands, die höchsten Pommes, Fanta usw. Danach überquerten wir die ebenfalls dort oben gelegene Grenze zu Österreich und besuchten unser Nachbarland ein weiteres Mal für ein paar Fotos auf dem letzten Schneehaufen weit und breit. Aufgrund des Riesenandrangs an der Eibseeseilbahn entschlossen wir uns, mit der zweiten Seilbahn die Rückfahrt zu starten. Die sogenannte "Gletscherbahn" endet auf dem Zugspitzplatt in 2600m Höhe. Dort bestiegen wir die Zahnradbahn, die zwar von außen schmuck aussieht, aber deren Strecke durch den Berg nichts als Langeweile erzeugt. Die letzten Minuten durch eine Wald- und Wiesengegend entschädigten kaum mehr für diese uninteressante 35minütige Fahrt. Respektieren muss man allerdings die außerordentliche technische Leistung, die für den Bau der 19km langen Bahnstrecke 1928 erbracht werden musste. Eine Enttäuschung erlebten wir dann in Garmisch, das so gar nicht unseren Erwartungen entsprach. Zwar gibt es auch hier ein paar schöne Häuser, aber an das Stadtbild von Bad Tölz oder Mittenwald reicht Garmisch bei weitem nicht heran. Erwähnenswert ist lediglich die "Alte Kirche" von 1280, die ein 7m hohes Gemälde des hl. Christophorus enthält. Den langen Rückweg unterbrachen wir schon nach wenigen Kilometern mit einem Besuch der Klosterkirche St. Maria. Sie ist prächtigster Bestandteil des berühmten Klosters Ettal und enthält neben überbordendem römischen Barock aus dem 18. Jahrhundert ein riesiges Kuppelfresko von J. J. Zeiller.
Tour 5: Wendelstein Eine weitere, kaum günstigere Seilbahnfahrt (84 Euro für 3 Personen) führte uns am folgenden Tag - wieder bei strahlendem Sonnenschein - auf den Gipfel des nahegelegenen Wendelstein. Rasch überwindet die Seilbahn den Höhenunterschied von 932m von der Talstation zum Gipfel (1838m). Auch hier waren wir nicht die einzigen Besucher - im Gegenteil. Das kleine Wendelsteinkircherl von 1889, das Wendelsteiner Höhlensystem und natürlich den Gipfel wollten sich noch zahlreiche weitere Touristen anschauen. Auch in dieser Höhe war es recht warm, lediglich der Besuch der Höhlen verschaffte deutliche Abkühlung. Der Gipfel des Wendelstein entbehrt - wie schon der der Zugspitze - jeglicher Idylle. Wetterstation und Universitätssternwarte mit Spiegelteleskop nehmen hier den meisten Platz ein. Das dritte Gebäude ist eine winzige hölzerne Kapelle für max. 2 Personen. Der Ausblick ist allerdings fantastisch und entschädigt für vieles. Nach dem obligatorischen Foto am Gipfelkreuz entschieden wir uns noch für eine kleine Wanderung rund um den Gipfel bevor wir mit der Seilbahn wieder talwärts fuhren.
Tour 6: Schliersee Markus Wasmeiers "Museum" besuchten wir nicht, dafür aber unternahmen wir eine Fahrt mit einem 500W-Elektroboot auf dem Schliersee. Eine Stunde lang surrte der kleine E-Motor und schaukelte uns über den gesamten See, bevor im Ort Schliersee der Besuch eines Eiscafes nicht mehr zu verhindern war.
Tour 7: Walchenseekraftwerk und Abtei Benediktbeuern Das andauernde schöne Wetter verleitete uns - neben ein paar Spaziergängen um "unseren" Spitzingsee - noch zu einer weiteren Tour zu einem Kraftwerk, an das ich mich aus meinem Erdkundeschulbuch noch erinnern konnte: das Walchensee-Kraftwerk. Dieses Hochdruck-Speicher-Kraftwerk von 1924 erzeugt in seiner Turbinenhalle (6 AEG-Turbinen) Strom. Dazu wird das Wasser des höhergelegenen Kochelsees durch 6 Druckrohre à 200m Länge nach unten ins Kraftwerk geleitet und fließt anschließend nach getaner Arbeit in den Walchensee ab. Der Vorteil gegenüber Pump-Speicherkraftwerken ist, dass das Wasser aufgrund des stetigen Nachschubs im Kochelsee nachts nicht wieder hochgepumpt werden muss. Die 2. Station auf dieser Tour war eine weitere Abtei: Benediktbeuern. Die heutige barocke Anlage wurde nach diversen Bränden und Kriegen 1669 neu errichtet und beherbergt heute nicht nur die Abtei, sondern weitere Einrichtungen wie eine phil.-theol. Hochschule, eine Fachhochschule, ein Umweltzentrum, eine Jugendbildungsstätte, eine Jugendherberge u.v.a. Verwaltet und bewohnt wird das Kloster vom Orden der Salesianer. Wir sahen uns die riesige Klosterkirche St. Benedikt (1681-86), den Klostergarten und das Umweltzentrum mit Cafe an. Eis und Kuchen rundeten diesen Besuch ab.

Literatur Armin Scheider: Familienausflüge im Alpenvorland : Radtouren und Wanderungen zu über 700 Einzelzielen. - München: Berg, 2008. - 352 S.: Ill. ISBN 978-3-7658-4161-3 (Die schönsten Ausflüge)
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