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Länderinfo: Hauptstadt: Rom Größe: 301.338 qkm Einwohner (2010): ca. 60,3 Mio.
* Allgemeines * Cefalu * Tour 1: Villa Romana del Casale - die Mosaikvilla * Tour 2: Segesta und Erice - der Westen * Tour 3: Naturschutzgebiet Madonie I * Tour 4: Solunto und Monreale - der goldene Dom * Tour 5: Caccamo * Tour 6: Agrigent - das Tal der Tempel * Tour 7: Naturschutzgebiet Madonie II * Tour 8: Touristenmagnet Taormina * Was sonst noch? Kleine Tipps für Sizilien * Reiseführer und Karte * Fotogalerie und Fotoshow
Allgemeines
Reisetermin: 19.05. - 03.06.2010 (15 Tage) Organisation: Berge & Meer (Rengsdorf) Flüge: AirBerlin (über Berge & Meer) Autovermietung: Europcar (Catania, über Berge & Meer) Unterkunft: 14x Hotel Dolcestate in Campofelice di Roccella - vorgebucht über Berge & Meer Mitreisende: Frau und Tochter (5) Wetter: 1/2 Tag Regen zu Beginn, danach immer sonnig und jeden Tag wärmer (anfangs 22 bis später 33 Grad im Schatten), Ende Mai Baden im Pool und Mittelmeer möglich Streckenlänge der Touren: 2100 km
Sizilien ist ein perfekter Kompromiss für Familienreisen. Endlose Strände wie auch zahlreiche Kulturstätten lassen den Urlaub für alle Altersstufen interessant erscheinen. Leider sind Sizilienreisen sehr teuer, zumal ein Mietwagen aufgrund der doch recht großen Entfernungen äußerst empfehlenswert ist. Berge & Meer, ein Veranstalter, mit dem ich schon öfter "die Ehre" hatte, bot Anfang 2010 eine bezahlbare 15-Tage-Tour mit einem festen Hotel, Halbpension, Flug Frankfurt/M. - Catania und Mietwagen an. Standort des Hotels war Campofelice di Roccella, ein kleiner Ort an der Nordküste der Insel, der in kaum einem Reiseführer erwähnt wird - und entsprechend unattraktiv ist. Einzige Sehenswürdigkeit: Ein Festungsturm aus dem 14. Jahrhundert nahe des Strandes - der Torre de Roccella. Wichtiger ist natürlich die Qualität des Hotels und des Strandes. Das Hotel Dolcestate kann ich uneingeschränkt empfehlen. Wir bekamen ein riesiges Zimmer mit einer ebensogroßen Terrasse zum Innenhof hin. Das Zimmer wurde jeden Tag geputzt und für unsere Tochter gab es sogar 2 Zustellbetten, die sie gleich zu einem großen zusammenschob. Das Abendessen war reichlich und vielfältig, beim Frühstück gab es lediglich die - für deutsche Touris - wenigen Brotsorten zu bemängeln. Das Personal war sehr freundlich, besonders zu Kindern. Während der ersten Tage waren in dem Hotel höchstens 20 Touristen, gegen Juni hin füllte es sich dann recht schnell. Die beiden riesigen Pools hatten wir meist für uns alleine. Mitte Mai ist das Wasser noch recht kühl, so dass ich oft der einzige Schwimmer war. Der Hotelstrand hingegen war der Schock am zweiten Tag. Ganz im Gegensatz zu den Bildern auf der Hotelhomepage lagen hier dicke Steine und Unmengen Müll herum, während ein Bagger Dreck einen Hang hinunter schob. Glücklicherweise hatten wir am selben Abend einen Termin mit der Berge & Meer-Mitarbeiterin vor Ort - und siehe da: schon am Nachmittag des folgenden Tages waren nicht nur sämtliche großen Steine weggeräumt, auch der gesamte Müll samt Bagger waren verschwunden. Stattdessen standen dort 5 weiße Liegen mit 5 gelben Sonnenschirmen. Der Strand war zwar immer noch ein Gemisch aus Sand und kleinen Steinen, aber immerhin sauber und sandburgenbau-geeignet. Bei unserem Mietwagen, den wir am Flughafen Catania übernahmen, handelte es sich um einen silberfarbenen Fiat Panda, dessen winziger Kofferraum soeben ausreichte. Vom Flughafen bis zum Hotel waren rund 160km Autobahn zu absolvieren, für die man allerdings erheblich länger braucht, als für dieselbe Strecke in Deutschland. Die Qualität der Straßen ist zum Teil katastrophal...
Cefalu Nur rund 11km vom Hotel entfernt liegt eine der Perlen der Nordküste Siziliens: Cefalu. Hier leben 14000 Einwohner in einer malerischen Stadt direkt am Meer, überragt vom Rocca di Cefalu, einem mächtigen Felsen. Der Strand besteht aus feinem Sand und ist mit Liegestühlen und Sonnenschirmen üppig ausgestattet. Das Wasser ist sauber mit starker Strömung. Die Jungs von "Baywatch" sind allerdings sehr vorsichtig und lassen kaum jemanden weit rausschwimmen. Sehr sehenswert ist die verwinkelte Altstadt zwischen Felsen und Meer. Überragt vom mächtigen Normannendom (1131 von Roger II. gebaut) kann man hier prima durch kühle Gassen bummeln oder auf dem Domplatz essen. Den eher nüchternen Normannen hätte ich solch einen prächtigen Dom gar nicht zugetraut. Highlight ist das riesige goldene Mosaik an der Decke der Apsis. Christus Pantokrator prangt dort hoch über dem Altar. Ebenfalls sehr sehenswert ist der idyllische Kreuzgang (Ende 12. Jhd.) gleich neben dem Dom. 70 Doppelsäulen aus venezianischem Marmor umschließen einen ruhigen Rasenplatz mit einer Palme. Eine ganz besondere Herausforderung meisterten wir - und somit auch unsere 5jährige Tochter - am vorletzten Tag unseres Aufenthalts auf Sizilien: die Besteigung des Rocca di Cefalu, des 270m hohen Felsens oberhalb der Stadt. Endlose Treppen und verschlungene Wege führten uns zunächst zu einem Kontrollpunkt, wo alle Touristen zahlenmäßig erfasst (und bei Rückkehr wieder ausgetragen) wurden. Nach rund zwei Dritteln des Aufstiegs erreichten wir eine alte (verfallene) Kapelle und den aus dem 9. Jhd. v. Chr. stammenden Dianatempel. Ein kleiner Tempel aus großen Megalithen, eine erstaunliche Bauleistung für diese Zeit. Über blühende Frühlingswiesen erreichten wir dann endlich den Gipfel mit den Resten eines Kastells. Der Ausblick war - wie im Reiseführer beschrieben - grandios. Ein weiter Blick über die Küste nach Westen und Osten lud zum Verweilen ein. Beim Abstieg konnten wir auf halber Höhe noch einen Blick auf den mächtigen Dom von Cefalu werfen - eine interessante Perspektive.
Tour 1: Villa Romana del Casale - die Mosaikvilla Der unerwartete Regen am ersten Tag nach unserer Ankunft "zwang" uns zu einem Ausflug ins Zentrum der Insel, statt den Strand zu testen: Villa Romana del Casale. Eine alte römische Villa mit rund 1700 Jahre alten Mosaiken, die in ihrer Fülle selbst Pompeji in den Schatten stellen, beeindruckte uns enorm. Die berühmtesten Mosaike der Villa, die sogenannten "Bikinimädchen" waren bei weitem nicht die kunstvollsten Bilder. Lange Flure und große Säle waren mit Szenen aus Jagd ("Korridor der großen Jagd") und Mythologie geschmückt, die ihresgleichen suchen. Ein Teil der Villa war sogar noch gesperrt, so dass wir längst nicht alle Mosaike sehen konnten. Da fast alle Mosaike überdacht sind, war der Regen kein Problem. Nach der Besichtigung fielen die letzten Tropfen und die restlichen 14 Tage blieb es trocken. Nahe der Villa gab es laut Reiseführer ein empfehlenswertes Restaurant mit sizilianischer Küche: Trattoria La Ruota (incl. Spielplatz). Das Essen war okay, konnte die besondere Erwähnung aber nicht unbedingt rechtfertigen.
Tour 2: Segesta und Erice - der Westen Ein weiterer kultureller Höhepunkt der Insel liegt in Segesta. Dort gibt es einen rund 2400 Jahre alten dorischen Tempel mit 36 Säulen zu sehen. Ein sehr schöner idyllischer Ort mit viel Natur und - an diesem Tag - wenig Touristen. Eine ganze Ecke entfernt vom Tempel gibt es noch ein Theater und ein Heiligtum zu sehen, die wir uns aufgrund der großen Hitze ersparten. Stattdessen fuhren wir über zahllose Serpentinen in das auf 750m Höhe gelegene Erice. Dieser kleine Ort mit einer fantastischen Aussicht über das Meer (Mare Tirreno) war eine der großen Überraschungen der Tour. Fast gänzlich ohne Touristen lässt es sich hier prima durch uralte Gassen schlendern und die grandiose Aussicht genießen. Im antiken Eryx leben heute 30.000 Menschen (keine Ahnung wie die alle auf den Felsen passen sollen...). Laut der Mythologie besiegte hier Herakles einen Stier. Auf dem Weg von Erice hinab zum Strand trafen wir noch auf zwei Schlangen, die sich am Wegesrand paarten und dabei von uns nicht stören ließen. Am Strand von Custonacci (nahe Trapani) verbrachten wir noch ein paar Stündchen, bevor wir uns auf die Rückfahrt zum Hotel machten.
Tour 3: Naturschutzgebiet Madonie I Nahe Cefalu liegt das Naturschutzgebiet Madonie. Hierhin machten wir insgesamt 2 Ausflüge. Der erste führte uns nach Gratterie, dem ersten der zahlreichen verwinkelten winzigen Gebirgsdörfer, die überall in der Madonie verstreut liegen. Landschaflich ist das Gebiet nicht sonderlich sehenswert - lediglich die Farbtupfer durch die Frühlingsblüte setzten einige schöne Akzente. Zweite Station war das Sanctuario Gibilmanna aus dem 17. Jahrhundert. Neben dem Kloster steht eine sehenswerte Kirche, in der - wie auch in mehreren anderen Kirchen während unserer Tour - gerade eine Hochzeit stattfand. Nach einem kurzen Aufenthalt in dieser 1080m hoch gelegenen Kirche fuhren wir über Castelbuono (incl. Eisessen) zurück zum Hotel.
Tour 4: Solunto und Monreale - der goldene Dom Diese Tour führte uns entlang der Nordküste gen Westen. Kurz vor Palermo wollten wir die Ausgrabungsstätten von Solunto besichtigen, die aber - abgesehen vom Museum - allesamt gesperrt waren: Großbrand. Das Museum brachte uns zumindest einen kleinen Eindruck von der uralten Stadt, die oberhalb auf einem Bergplateau liegt. Nachdem wir in Palermo die richtige Abfahrt zu unserem nächsten Ziel - Monreale - nicht finden konnten, fuhren wir einen Umweg durchs Gebirge südlich von Palermo. Diese Straße war zwar ein Riesenumweg, bescherte uns aber einen fantastischen Blick über Monreale und Palermo bis zum Mittelmeer. Monreale alleine ist schon die Reise nach Sizilien wert. Der 1172 von Wilhelm II. erbaute Normannendom stellte alles bisher gesehene in den Schatten. Die riesigen goldenen Mosaiken an Wänden und Apsis übertreffen in ihrer Größe sogar die Bilder in Ravenna. Die byzantinischen Mosaike stellen an den Seiten zahlreiche Szenen aus der Bibel dar, über der Apsis thront - wie auch in Cefalu - Christus Pantokrator. Die ganze Kirche scheint aus Gold zu bestehen, so beeindruckend ist dieser fast 900 Jahre alte Bau (angeblich mit Hilfe der Mafia immer wieder restauriert...). Trotz der Touristenmassen, die sich durch den Dom schoben, fand auch hier während unserer Anwesenheit eine Hochzeit statt. Dazu wurden die von Bonnano Pisano gestalteten riesigen Bronzetüren von 1186 geöffnet. Es muss ein unglaubliches Gefühl für das Brautpaar gewesen sein, durch diese fantastischen Türen mit Motiven aus dem Alten und Neuen Testament in diese riesige Kirche einzuziehen und unter den Klängen des Hochzeitsmarsches bis nach vorne zum Altar zu schreiten. Krönender Abschluss der Dombesichtigung war - im wahrsten Sinne des Wortes - die Besteigung des Daches. Zum ersten Mal seit meinem Besuch in Mailand 1984 bestieg ich wieder das Dach eines Domes. Enge Treppen und dunkle Gänge, dazu ein wunderschöner Blick auf den angrenzenden Kreuzgang von 1172, machten diese Kletterei zu einem spannenden Erlebnis - auch für unsere Tochter.
Tour 5: Caccamo Diese kleinere Tour führte uns auf halbem Weg Richtung Palermo nach Süden durch die Berge in das kleine Städtchen Caccamo. Wir besichtigten das Kastell aus dem 14. Jhd. - als einzige Touristen in dem großen Bau. Anschließend gab es in der Bar "John Lennon" (!) das größte Eis meines Lebens: Eis im Brötchen. Dazu wurde das weiche süße Brötchen aufgeschnitten und mehrere Eiskugeln nach Wahl hineingepackt, darauf Sahne und eine Waffel. Ein echter (Kalorien-) Hammer für nur 1,80 Euro. Abschließend sahen wir uns noch den Dom der Stadt an, wo wir einige Zeit den Proben zur offensichtlich unmittelbar bevorstehenden Erstkommunionfeier zusahen.
Tour 6: Agrigent - das Tal der Tempel Griechische Auswanderer von Rhodos gründeten 581 v.Chr. diese einst 800.000 Einwohner beherbergende Stadt an der Südküste der Insel. Die Fahrt über die katastrophalen Straßen dauerte recht lange, doch das "Tal der Tempel" - die Sehenswürdigkeit zu Füßen des modernen Agrigento - war die Reise wert. Wir betraten das Gelände durch den "Hintereingang" am Dioskurentempel, von dem nur noch 4 Säulen stehengeblieben sind. Vorbei an merkwürdigen runden Altären durch ein Gewirr von Fundamenten durchquerten wir das riesige Trümmerfeld des Zeustempels, der 480 v. Chr. vom Tyrannen Theron nach seinem Sieg über die Karthager errichtet worden war. 56 x 112 m waren die Außenmaße dieses gewaltigen Baus, von dem die Karthager 406 v.Chr. - nach ihrem Sieg über Agrigent - kaum noch einen Stein auf dem anderen ließen. Schade eigentlich... Die herumliegenden gigantischen Bruchstücke geben einen kleinen Eindruck der Größe des Tempels - ebenso wie die Nachbildung eines der Atlanten, die das Dachgebälk des Tempels trugen. Von einem der Originale sind die aufgefundenen Bruchstücke zusammengelegt worden. Der dritte große Tempel - der damals beliebte Tempel des Herakles (510 v. Chr.) besteht leider nur noch aus 8 von ursprünglich 38 Säulen und liegt direkt gegenüber dem Haupteingang. Vorbei an einem Gräberfeld und den Fundamenten der ehemaligen Wohnsiedlung erreichten wir in glühender Mittagshitze den besterhaltenen Tempel überhaupt, den Concordiatempel. Alle 34 Außensäulen sowie einige innere Wände des von 480 bis 430 v.Chr. erbauten Tempels sind noch zu sehen. Der gute Erhaltungsgrad rührt hauptsächlich daher, dass der Tempel vom 6. - 18. Jhd. als "Kirche der Apostel Petrus und Paulus" diente und viel Mühe auf den Erhalt der Kirche verwendet wurde (incl. Einbau von je 6 Innenbögen pro Seite). Verunstaltet wird der Tempel heute durch mehrere "moderne" Kunstwerke, die meiner Meinung nach nicht zum Bauwerk passen und dort auch nichts verloren haben. Für 2 Euro extra kann man diese "Kunst" im Inneren des Tempels anschauen. Den letzten Tempel im "Tal der Tempel" ersparten wir uns dann wegen der enormen Hitze. Vom Heratempel hoch über dem Tal steht sowieso nur noch eine Säulenreihe. Auf dem Rückweg durch den westlichen (Hinter-) Ausgang konnten wir noch einen Blick auf das Innere der auseinandergebrochenen ehemals mächtigen Stadtmauern werfen. Um unsere Tochter nach soviel Kultur und Hitze noch ein wenig zu beschäftigen, fuhren wir zu Agrigents Strand San Leone. Direkt am Wasser war die Qualität in Ordnung, allerdings sollte man auf dem Weg vom Parkplatz zum Wasser die Strandlatschen nicht ablegen.
Tour 7: Naturschutzgebiet Madonie II Wenige Tage vor unserer Abreise starteten wir noch einen zweiten Ausflug in die Bergwelt des nahegelegenen Naturschutzgebietes Madonie. Am Tag von Lenas grandiosem Sieg beim Eurovision Song Contest spazierten wir zunächst durch die menschenleeren Gassen des idyllischen Bergdorfs Polizzi Generosa (7000 Ew.). Später fuhren wir auf 1147m Höhe zum Bergdorf Petralia Sottana (8000 Ew.), wo wir zunächst im Eiscafe "Il parco" einkehrten. Überraschenderweise konnte man hier auf Deutsch bestellen, da die Besitzerin offensichtlich aus Bayern ausgewandert war und ihre Muttersprache noch fließend beherrschte. Hoch über der Stadt besuchten wir anschließend die Chiesa Santa Maria della Fontana, deren besondere Attraktion eine Nachbildung des Turiner Grabtuches hinter Glas war. Zurück im Hotel bot sich am frühen Abend noch eine besondere Überraschung: die Teilnehmer der "Grand tour internazionale di Sicilia-Targa Florio 2010" hatten ihre zum Teil sehr sehenswerten Oldtimer im Innenhof des Hotels geparkt - welch ein Anblick von unserer Terrasse aus. Star der Autoflotte war unbestritten ein Alfa Romeo Botticella 2,9 von 1936, dessen röhrendes Triebwerk wir am nächsten Morgen aus nächster Nähe bei der Abfahrt erleben durften. Andere Wagen waren z.B. Morgan 8, Ferrari 328 GTS, Porsche 1500, Ghia, Fiat Dino und Triumph TR3. Auf den roten Ledersitzen von letzterem durfte unsere Tochter sogar Platz nehmen - was durchaus ihre Begeisterung fand.
Tour 8: Touristenmagnet Taormina Weit über 200km fuhren wir nach Räumung unseres Zimmers Richtung Osten. Vorbei an Catania erreichten wir den kleinen Küstenort Mazzaro - am Fuße der berühmten Stadt Taormina (11.000 Ew.). Natürlich kann man Taormina auch mit dem Auto direkt erreichen, aber die (kurze) Fahrt mit der Seilbahn den Berg hinauf auf 204m Höhe wollten wir unserer Tochter nicht vorenthalten. Oben angekommen betraten wir Taormina durch die Porta Messina, ein altes Stadttor. Dahinter war dann die Hölle los. Als wenn alle Touristen der Insel am heutigen Tag Taormina besuchen wollten, drängte sich ein unglaublicher Menschenstrom durch die enge Hauptgasse der Stadt. Wir flüchteten erstmal in eine Seitengasse, um die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt anzuschauen: das zweitgrößte Theater Siziliens - im 2. Jhd. v.Chr. unter römischer Herrschaft errichtet. Mit 109m Durchmesser und einem leidlich erhaltenen Bühnenaufbau ist es durchaus sehenswert - wenn da nicht die vielen Umbauten wären, die eine heutige Nutzung erst möglich macht (Scheinwerfer, Zusatzbühne, Plastikstühle, Kabel.... etc.).  Den berühmten "Blick", der in allen Reiseführern angepriesen wird, konnten wir leider nicht genießen: der Blick von den Rängen des Theaters durch die Lücke in den Bühnenaufbauten in der Mitte auf den dahinterliegenden Ätna. Denn obwohl der gesamte Himmel wolkenfrei und strahlend blau war - der Himmel um den Ätna war es nicht. Immerhin hatten wir beim Anflug auf Sizilien einen Blick auf den schneebedeckten Gipfel des berühmten Vulkans werfen können. Den anschließenden Stadtbummel über den Corso Umberto - die enge Hauptgasse der Stadt mit unzähligen Kitsch- und Eisläden - hätten wir uns getrost sparen können. Das Gedränge dort war unglaublich und viel Sehenswertes hat die Stadt nun auch nicht gerade zu bieten.
Was sonst noch? Kleine Tipps für Sizilien
Tankstellen Hier funktioniert alles ähnlich wie bei uns, nur gibt es auf Sizilien fast in jeder Tanke noch den (erinnert sich jemand?) "Tankwart". Selbsttanken wie in Deutschland ist fast nirgendwo üblich.
Öffnungszeiten Vorsicht beim Einkaufen: die Mittagspause ist extrem lang. Durchgängige Öffnungszeiten gibt es hauptsächlich in den Touristenorten, alle anderen (Ämter, Banken, Post) machen über Mittag bis in den Nachmittag hinein dicht.
Straßenzustand Der Zustand der Straßen - sogar der Autobahnen - ist erbärmlich. Wenn man einigermaßen schnell vorwärtskommen möchte, ist man auf die Autobahnen angewiesen. Diese haben aber dermaßen viele Schlaglöcher (z.T. auch gefährliche), dass die Durchschnittsgeschwindigkeit überhaupt nicht mit der in Deutschland zu vergleichen ist. Auf dem Lande ist es noch schlimmer - ständige Vorsicht ist angesagt.
Verkehrssitten Die Sizilianer fahren ohne Ausnahme rücksichtslos. Wenn man sich - wie die meisten Deutschen (behaupte ich mal) - einen einigermaßen rücksichtsvollen "defensiven" Fahrstil angewöhnt hat, sollte man den auf Sizilien schnellstmöglich vergessen und alle guten Manieren fahren lassen. Ansonsten ist einfädeln oder Linksabbiegen unmöglich. Mir fiel es leichter als gedacht und so sind wir in den 2 Wochen nur selten in gefährliche Situationen gekommen. Am spannendsten war das Fahren in Palermo: im Prinzip musste man ständig in alle Richtungen schauen, sonst wurde man abgedrängt oder hatte einen der lebensmüden Vespafahrer auf der Kühlerhaube kleben.
Strände Die Strände haben äußerst unterschiedliche Qualität. Während - wie oben beschrieben - bei unserem Hotel eine Mischung aus Sand- und Steinstrand vorherrschte, gab es 11km weiter östlich den schönsten (reinen) Sandstrand. An weniger besuchten Stränden muss man wohl leider immer mit Müll, Abwässern und Steinen rechnen. Badelatschen angebracht!
Was wir nicht mehr geschafft haben Auf meiner Liste der Sehenswürdigkeiten standen noch ein paar weitere Ziele, die wir aus verschiedensten Gründen nicht mehr ansteuern konnten: - Fahrt auf den Ätna - Bootstour zur Insel Vulcano mit Wanderung zum Vulkan (hier kommt man näher an den Krater als beim Ätna) - Besuch der Barockstädte im Südosten der Insel (Ragusa, Modica, Noto) - Tempel von Selinunte - Altstadt von Syrakus
Literatur:
Reiseführer:
Friedrich Köthe und Daniela Schetar: Sizilien, egadische, pelagische und liparische Inseln. - 6. Aufl. - Bielefeld: Reise Know-How Verlag, 2007. - 504 S. mit zahlr. Fotos, Plänen und Karten ISBN 978-3-8317-1581-7 Empfehlenswerter Reiseführer mit vielen praktischen Tipps für Selbstfahrer wie uns. Pläne nicht immer sehr genau und selten maßstabsgetreu. Aber als erste Orientierung brauchbar.
Karte:
Sizilien - Palermo Maßstab 1:150.000 Wien: Freytag-Berndt ISBN 978-3-7079-0962-3 Brauchbar, in ländlichen Gebieten aber ungenau.
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