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Länderinfo: Hauptstadt: Amman Größe: 89.342 qkm Einwohner (2008): 6,3 Mio.
* Allgemeines * Amman * Die Wüstenschlösser * Gadara und Gerasa * Das gelobte Land, der Königsweg und die Kreuzritter * Petra * Wadi Rum * Was sonst noch? Kleine Tipps für Jordanien * Literatur * Fotogalerie und Fotoshow
Allgemeines Reisetermin: 15.08.-22.08.2005 (8 Tage) Organisation: "Berge & Meer" (Rengsdorf) Flug: Royal Jordanian Airways Reiseart: (Klein-) Busreise Unterkunft: 2 Hotels in Amman (4Ü) und Petra (3Ü) Mitreisende: Gruppenreise (1 Paar und ich) Wetter: Extrem heiß
Petra, die legendäre Felsenstadt der Nabatäer, stand auf meiner Reiseliste schon immer ganz weit oben. Der Reiseveranstalter "Berge & Meer" bot 2005 eine günstige Gruppenreise nach Jordanien an, die natürlich auch einen Aufenthalt in Petra beinhaltete. Den Grund für den günstigen Preis erfuhr ich nach dem Eintreffen in Jordanien am eigenen Leibe: Es war August und somit extrem heiß. Besonders im beinahe schattenlosen Petra wurde es ziemlich anstrengend... Dazu jedoch später mehr. Das erfreulichste an der "Gruppenreise" war jedoch, dass die Gruppe nur aus einem jungen Paar aus Baden-Württemberg und mir bestand (plus Fahrer mit Hyundai-Kleinbus). Da wir drei Touris uns gut verstanden, hatte die Reise - glücklicherweise - so gar nicht den Charakter einer nervigen Gruppenreise, wie ich sie zuvor schon erlebt hatte. Erste Station der Tour war natürlich die Hauptstadt Jordaniens, die auch noch ein wenig "alte Kultur" zu bieten hat:
Amman Beim Besichtigungsprogramm in der Hauptstadt am nächsten Tag wurden schnell zwei Dinge klar: 1. Hier gibt es nicht mehr viel zu sehen 2. Der im Reisekatalog versprochene Reiseführer existiert nicht. So mussten wir mit dem Fahrer und den selbst mitgebrachten gedruckten Reiseführern vorlieb nehmen. Mich störte das weniger, da wir ohne Reiseleiter erheblich unabhängiger waren - wie ich aus Erfahrung wusste. Dennoch schloss ich mich der Beschwerde meiner Mitreisenden nach Rückkehr in Deutschland an, was uns allen Reisegutscheine einbrachte. Zurück nach Amman: Erwähnenswert ist auf jeden Fall der Zitadellenhügel mit Ausblick auf die Stadt. Hier stehen die (kümmerlichen) Reste eines Herkulestempels und einer Basilika sowie ein kleines Museum und der Al-Qasr, der ehemalige Burgpalast aus dem 7. Jahrhundert. Von hier oben sieht man auch das römische Theater aus dem 2. Jahrhundert, das unsere nächste Station während der Stadtrundfahrt war. Die Ränge für 6000 Zuschauer sind noch hervorragend erhalten und sorgten für ein wenig körperliche Ertüchtigung in der Mittagshitze.
Die Wüstenschlösser Am selben Tag noch fuhren wir weiter gen Osten (Richtung Irak) durch eine grässliche Einöde zu den verstreut in der Wüste liegenden kleinen Schlössern. Das erste Schloss war das Qasr al Asraq, eine Festungsanlage aus dem 7. Jahrhundert. Erwähnenswert ist hier nur eine mächtige massive Steintür, die sich tatsächlich noch öffnen und schließen ließ.
Das Schloß Nummer 2 war das Qasr al Amra, ein Badeschlösschen mit Brunnen und Wasser"pumpe" aus dem 8. Jahrhundert. Im Inneren finden sich noch Reste großartiger Malereien, die sämtliche Decken und Wände bedeck(t)en. Die Architekten des Kalifen Walid I. ließen sich hier einiges einfallen, um für genug Kühlung in der brütenden Wüstensonne zu sorgen. Das letzte Schloß der Tour hieß Qasr al Kharana, eine imposante Omaijaden-Festung aus dem 6. Jahrhundert. Den Grundriss bildet ein 35x35m großes Quadrat, das von 8 Halbtürmen begrenzt wird. Vom besteigbaren Dach aus hat man einen weiten Blick auf eine völlig abwechslungslose Ebene, über die ein LKW nach dem anderen Richtung Irak brauste, nur flankiert von endlosen Hochspannungsleitungen. Einen prima Abschluss des Tages bildete ein üppiges Abendessen in einem Ammaner Restaurant, bestehend aus zahllosen kleinen und großen Schalen mit bekannten und unbekannten Köstlichkeiten.
Gadara und Gerasa Am nächsten Tag tauchten wir dann "so richtig" ins Altertum ein. Zwei historische Städte standen auf dem Ausflugsprogramm: Gadara (Umm Quais) und Gerasa (Jerasch). In Gadara gab es Überbleibsel des frühen Christentums zu bewundern: Auf der "Kirchenterrasse" standen Säulen zweier Kirchen aus dem 6. Jahrhundert auf einer Terrasse aus dem 2. Jahrhundert. Von hier oben bot sich ein fantastischer Blick auf den tiefblauen See Genesareth / Tiberias, ein wunderbarer Kontrast zur üblichen gelb-bräunlichen Landschaft. Über den Cardo maximus, die alte römische Hauptstraße, gelangten wir noch zu einer unterirdischen achteckigen Kirche, einer alten Ladenzeile und zahlreichen Ausgrabungen, bei denen irakische und jordanische Arbeiter in der Gluthitze schwitzen mussten. Da die Ausgrabungen von Deutschland gesponsert werden, bestanden einige der Arbeiter auf einem Gruppenfoto mit uns dreien. Den Höhepunkt des Tages bildete dann allerdings die zweite Stadt: Gerasa. Hier war tatsächlich ein einheimischer Reiseführer im Preis enthalten, der uns in den folgenden Stunden durch eine zum Teil fantastisch erhaltene Stadt aus dem 2. vorchristlichen Jahrhundert führte. Eine prima Einstimmung bot der Blick vom Zeustempel auf das riesige Forum, flankiert von 50 elliptisch angeordneten Säulen (siehe Petersplatz in Rom), erbaut im 1. vorchristlichen Jahrhundert. Nächste Station war das Südtheater, in dem nicht nur die (nummerierten!) Sitzreihen erhalten waren, sondern auch noch die Frontseite mit den Bühnenaufbauten. Die Akustik war - wie so oft in solchen Theatern - grandios. Es folgten prächtige, gut erhaltene Bauwerke auf Schritt und Tritt: eine Dreifach-Kirche aus dem 6. Jahrhundert, das Nymphäum (Brunnen) und der 600m lange Cardo maximus aus dem 1. Jahrhundert, flankiert von endlosen Säulenreihen. Das Highlight war aber der Artemistempel auf einer Grundfläche von 40x22m mit hervorragend erhaltenen, 10m hohen korinthischen Säulen. Von diesem Tempel der Stadtgöttin hat man einen prima Blick auf die ganze Stadt. Über 7x7 Stufen geht es dann wieder hinunter auf den Cardo maximus und zurück zum Forum. Erwähnenswert ist noch das "Sarkophagklopfen", das uns unser Reiseleiter gegen Ende demonstrierte: Wenn man auf einen der etwas abseits des Forums stehenden steinernen Sarkophage klopfte, klang es, als ob der Sarkophag aus Metall sei... Auch in Gerasa gab es ein fulminantes Abendessen, diesmal unter freiem Himmel, bevor wir ins Hotel nach Amman zurückkehrten.
Das gelobte Land, der Königsweg und die Kreuzritter Nach einer kurzen Besichtigung der modernen König-Abdullah-Moschee in Amman startete unser Fahrer den Hyundai und wir fuhren gen Süden zum Mount Nebo. Von hier aus sah der biblische Moses angeblich das von Gott versprochene "Gelobte Land", das er selbst nie erreichen würde. Der Blick reicht bis zum Toten Meer, das von extrem kargen Bergen umgeben ist. Auf dem Nebo befindet sich noch das Kloster Syagha, in dem es prächtige Bodenmosaike zu bewundern gibt. Ein weiteres berühmtes Mosaik befindet sich ein Stück weiter in der Georgskirche von Madaba. Rund 2 Millionen Steinchen auf einer (ursprünglichen) Fläche von 25x5m zeigen das Land Palästina im 6. Jahrhundert. Über den berühmten "Königsweg", die Hauptverbindung in Nord-Süd-Richtung und die älteste Handelsroute des Nahen Ostens, erreichten wir das imposante Wadi Mudschib. 400m tief ist dieser "Grand Canyon Jordaniens" direkt am Königsweg gelegen. Ein folgenschweres, aber letztlich nur kurzes Gastspiel im Nahen Osten gaben die Kreuzfahrer. In Kerak stehen die Reste einer ihrer imposantesten Festungen (12. Jahrhundert). Besonders eindrucksvoll war die riesige Eingangshalle, in die sogar Pferde samt Rittern einreiten konnten. Wir liefen durch halbdunkle unterirdische Gänge, sahen uns in der Küche um und kletterten auf den oberirdischen Resten der Festung herum. Damals erstreckte sie sich über eine Länge von 250m und war 100m breit. Von den oberirdischen Gebäuden ist kaum etwas erhalten, lediglich die mächtigen Mauern und die unterirdischen Gänge sind noch begehbar. Gegen Abend erreichten wir dann die Stadt der Städte Jordaniens: Petra. Von der Dachterrasse meines Hotels hatte ich einen schönen Blick über das moderne Petra. Die alte Nabatäerstadt hingegen blieb bis zum nächsten Tag hinter Felsen verborgen.
Petra Auch für Petra stand uns ein einheimischer Reiseleiter zur Verfügung - zumindest für eine Stunde... Er schleuste uns durch die Sicherheitskontrollen samt Foto für den Besucherausweis. Dann gingen wir mit ihm am ersten Steingrab (Obeliskengrab außerhalb des alten Petra) vorbei zum eigentlichen Eingang in die Stadt: dem Siq. Diese extrem enge Schlucht, verursacht durch ein Erdbeben, das den Sandstein auf 2km Länge reißen ließ, ist der einzige Zugang zur ehemaligen Hauptstadt des Nabatäischen Reiches. Kurz vor Ende der wunderbar kühlen Schlucht bietet sich dann der erste (von vielen) grandiosen Anblicken: am Ende des schmalen Spalts erkennt man Teile der Fassade des sogenannten "Schatzhauses" (Al-Khasneh). 40m hoch ist die unglaubliche Fassade dieses in roten Sandstein gehauenen Grabes im hellenistisch-nabatäischen Stil. Innen wirft der polierte Sandstein wunderschöne Muster an Decke und Wänden. Auf dem folgenden Weg zum Stadtzentrum folgte nun ein Grab nach dem anderen bis hin zum Theater, das im 1. Jahrhundert n. Chr. komplett aus dem Sandstein geschlagen wurde und Platz für 4000 Leute bot.
Hier verließ uns - überraschenderweise - unser Reiseleiter, der in der aufkommenden Hitze entweder keine Lust mehr hatte oder einfach nur stinkfaul war. Um einen guten Überblick über die ganze Stadt zu bekommen, beschlossen wir, auf den "Hohen Opferplatz" zu steigen. Wie der Name schon sagt, liegt er (wirklich) hoch über der Stadt und ist über einen schmalen steilen Zugang zu erreichen. Fehlender Schatten und die sengende Sonne ließ den Aufstieg zu einer echten Belastungsprobe werden, aber der Blick von oben in den glühenden Talkessel Petras entschädigte für alle Strapazen. Der Opferplatz bestand aus Altären, einer glatten rechteckigen Terrasse samt "Blutabflussrinne" für die Opfer - welche auch immer das waren... Beim Abstieg auf der anderen Seite des Berges sahen wir grandiose Sandsteinformationen, die unglaublich schöne Muster an die Felswände zeichneten. Am Löwenbrunnen erreichten wir endlich das sogenannte "Gartengrab" und das prächtige "Soldatengrab" unten im Tal. Letzteres diente an diesem Mittag als Schafstall. Einem ausgetrockneten Bauchlauf folgten wir nun durch den glühenden Talkessel von Petra. Weit und breit keine Menschenseele - weder am Ummal Biyara, einem abgelegenen Grab, noch an den "Painted rooms, kleinen Höhlen mit bemalten Wänden. Nach kurzer Pause bei einer kühlen Cola betraten wir endlich das eigentliche antike Stadtzentrum durch das Tor zum Cardo maximus. Zugegebenermaßen gleicht das ehemalige Stadtzentrum einer riesigen Geröllhalde, unter der wohl noch viele ungehobene Schätze schlummern. Gut erhalten ist abgesehen von dem Cardo maximus noch Petras Haupttempel, der Qasr al-Bint aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert. Mächtige Mauern, Treppen und Säulen lassen die Pracht von einst erahnen. Den Abschluss des 1. Tages in Petra bildete die grandiose "Königswand", eine Reihe von Felsengräbern wie an einer Perlenschnur - eines schöner als das andere: Urnengrab - Seidengrab - Korinthergrab und Palacio. Nach 9 anstrengenden Stunden verließen wir gegen 18 Uhr die Stadt durch den Siq. Nach einer erholsamen Nacht machten wir uns am nächsten Tag noch einmal auf ins nabatäische Weltkulturerbe. Ein weiterer schweißtreibender Aufstieg stand auf dem Programm: die 730 Stufen zum Ad Dair, dem - nach dem Schatzhaus - zweitschönsten Felsengrab hoch über der Stadt. Vorbei am Löwengrab auf halber Höhe erreichten wir nach sagenhaften 45 Minuten das "Dschabal Ad Dair". Allerdings brauchten wir zunächst eine Erfrischung in der gegenüberliegenden "Höhlenkneipe", der in diesem Moment sicherlich schönsten Bar Asiens. Gezeichnet von den vielen hundert Stufen und 40° C legten wir uns auf Kissen und Teppichen lang und genossen die kühlen Getränke. Ad Dair - auch "The Monastary" genannt - verfügt über die höchste Fassade aller Felsengräber in Petra: 50m (!) Das Anschauen dieses fantastischen Bauwerkes war jede schweißtreibende Stufe wert. Geradzu winzig wirkt die immerhin 9m (!) hohe Steinurne hoch oben auf dem Grab im Vergleich zu dem Rest des gigantischen Bauwerks. Als der seitlich emporführende Pfad noch nicht gesperrt war, konnte man bis zur Urne in über 40m Höhe gelangen. Aber für das Bauwerk selbst ist die Sperrung sicherlich die bessere Lösung. Mit dem Abstieg vom Ad Dair endete dann auch unser 2. Tripp durch Petra. Vorbei am Schatzhaus kehrten wir durch den Siq ins moderne Petra zurück, wo noch ein weiterer Programmpunkt auf uns wartete:
Wadi Rum Die Fahrt durch dieses überaus sehenswerte Tal gehört - wie Petra - zu jeder Jordanienreise dazu. Zusammen mit ein paar anderen Touris mieteten wir einen der klapprigen Geländewagen und nahmen auf der Ladefläche unter einer Plane Platz. Die Wahl mit dem "Planwagen" war durchaus gut gedacht, nur stellte sich in den folgenden Stunden heraus, dass der Wagen seine besten Zeiten längst hinter sich hat und mindestens alle 30 Minuten liegenblieb. Doch Vater und Sohn, die den Wagen fuhren, hatten ihr Gefährt mehr oder weniger gut im Griff und bekamen ihn immer wieder flott. 3 Stunden dauerte die Tour und führte uns 35km durch eine grandiose Wüstenlandschaft mit steil aufragenden Felsen und bizarren Felsformationen. 1. Station war "Lawrence's spring", eine Quelle, an der sich angeblich der berühmte Lawrence von Arabien gewaschen hat. Der äußerst enge, aber kühle Khazali Canyon war unser 2. Stopp, bevor wir mit dem 3. Halt die "Small bridge", eine brückenähnliche Felsformation aus rotem Sandstein erreichten. Der Stopp dauerte etwas länger, da der Motor unsere Wagens sich weigerte anzuspringen. Das abschließende BBQ im "Beduinencamp" - oder was Touristen darunter verstehen sollen - war nicht weiter erwähnenswert. Von dem eklig fetten Hammelfleisch, das im heißen Sand eingegraben wird, habe ich jedenfalls nichts gegessen.
Nach einer weiteren Übernachtung in Petra schauten wir uns am nächsten morgen noch das recht unbekannte "Little Petra" an. Hier sind die Felsengräber ein wenig kleiner und alles ein wenig einsamer... Über den Wüstenhighway gings dann zurück nach Amman mit einer letzten Übernachtung auf jordanischem Boden.
Was sonst noch? Kleine Tipps für Jordanien
Reisezeit Auch wenn es im Hochsommer günstiger ist, nach Jordanien zu reisen, sollte man es sich gut überlegen. Die Hitze ist mörderisch und nur mit guter Kondition schafft man es, sich Petra anzuschauen.
Selbst reisen Mal abgesehen vom Ammaner Straßengewirr ist es meiner Meinung nach auch möglich, die Reise in Eigenregie durchzuführen. Flug, Auto und Hotels kann man von zuhause buchen und das Fahren in Jordanien ist recht problemlos. Die Beschilderung ist arabisch/englisch und die Hauptattraktionen waren alle gut ausgeschildert. Nur in Amman selbst könnte es Probleme geben, die sich mit einem detaillierten Stadtplan eventuell ausräumen lassen.

Literatur Steffen Kleuser und Anke Röhl: Jordanien. - 3. Aufl. - Kronshagen: Stein Verlag, 1996. - 151 S.: Ill. (Reihe: Reise Handbuch) ISBN 3-89392-097-8
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