|
1. Apocalypse now – redux (2001/1979) 2. Der schmale Grat (1998) 3. Wenn der Wind weht (1986)
4. Three kings (1999) 5. Wag the dog (1997) 6. Rambo (1982)
>> Zurück zur Filmwelten-Übersicht
1. APOCALYPSE NOW - REDUX
Regie: Francis Ford Coppola, USA 2001, 202 min. Hauptdarsteller: Marlon Brando, Robert Duvall, Martin Sheen
"Apocalypse now" ist DER (Anti-) Kriegsfilm schlechthin, ein unheimlich intensiver beinahe alptraumhafter Film, der realistisch brutal den Krieg als das Übel aller Dinge anklagt in seiner ganzen Sinnlosigkeit und Härte. Ähnlich wie bei "Spiel mir das Lied vom Tod" entstand hier eine geniale Filmmusik, die u.a. einen Hubschrauberangriff auf ein vietnamesisches Dorf zu einer wahren Gänsehautszene macht (Richard Wagners "Ritt der Walküren") und jedem wohl unvergesslich bleiben wird (The Doors: "The end", Rolling Stones: "Satisfaction" und Creedence Clearwater Revival. "Suzie Q"). Auch dieser Film war - wie schon "Der mit dem Wolf tanzt" für Kevin Costner - ein großes finanzielles Risiko für den Regisseur Coppola, der mit privatem Besitz einsprang, als das Budget um das Doppelte überzogen worden war. Doch der Erfolg des Films (2 Oscars, 1 Goldene Palme) gab ihm recht und veranlasste ihn über 20 Jahre nach der ersten Kinofassung noch einmal eine nun um 49 Minuten längere "Redux"-Fassung in die Kino zu bringen. Die Geschichte erzählt vom Auftrag eines US-Captains während des Vietnam-Krieges, einen Colonel zu liquidieren, der sich im Dschungel Kambodschas ein eigenes Reich geschaffen hat und sich wie ein Herrscher aufspielt. Die Fahrt auf dem Patrouillenboot dorthin wird zu einem wahren Alptraum, der mit der Ankunft im Reich des unzurechnungsfähigen Colonels noch kein Ende findet.
2. DER SCHMALE GRAT
Regie: Terrence Malick, USA 1998; 170 min. Hauptdarsteller: Sean Penn, Adrien Brody, Jim Caviezel, Ben Chaplin, George Clooney, John Cusack, Woody Harrelson, Nick Nolte , Elias Koteas, John Travolta, John Savage
Dieser eigenwillige Film mit eigenem Stil und beeindruckendem Staraufgebot dreht sich - wie so oft bei Filmen über den Krieg im Pazifik - um die Eroberung einer "wichtigen Anhöhe" auf einer einsamen Insel (Guadalcanal, 1943). Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Anrücken der Amerikaner quer durch ein riesiges Feld mit fast mannshohem, wogendem Gras, in dem die Japaner in ihren gut getarnten Stellungen lauern. Anders als "Apocalypse now" legt dieser Film weniger Wert auf die Brutalität des Kampfes, sondern philosophiert - ganz ungewöhnlich für einen Kriegsfilm - über den Sinn des Daseins und das Phänomen "Krieg".
3. WENN DER WIND WEHT
Regie: Jimmy T. Murakami, Großbritannien, 1986. - 84 min. (Trickfilm)
Ein gutgläubig naives Rentnerehepaar erlebt die Folgen eines Atomkrieges. Der eindrucksvolle Zeichentrickfilm entstand noch in der Zeit des Kalten Krieges und muss auch in diesem Zusammenhang verstanden werden. Manches - wie z.B. die gängigen Abwiegelungsversuche der Regierungen bei Katastrophen - kennt man auch in der heutigen Zeit noch. Lediglich von der im Film nach dem Fall der Bombe fehlenden Zukunft sind wir zum Glück (bislang) verschont geblieben. Eine makabre, nachdenklich stimmende Satire.
4. THREE KINGS
Regie: David O. Russell, USA, 1999. - 114 min. Hauptdarsteller: George Clooney, Mark Wahlberg, Ice Cube, Spike Jonze
Zunächst ein "ganz normaler" US-Kriegsfilm, der nach dem Ende des 1. Golfkriegs spielt. Eine Gruppe US-Soldaten sucht - rein "privat" - nach kuwaitischen Goldbarren, die Saddam Hussein bei seinem Überfall auf das Nachbarland erbeutet haben soll. Sind die Soldaten anfangs noch "typisch amerikanisch" cool drauf, ändert sich das im 2. Teil des Films, als sie mit dem Elend und der Not der einheimischen Bevölkerung konfrontiert werden, mit den Folgen des Krieges, dem ökologischen Desaster und dem gängigen Konsumdenken. Der Film wird zu einer Satire mit Hintergrund, die einem oftmals das Lachen im Halse stecken lässt.
5. WAG THE DOG
Regie: Barry Levinson, USA, 1997. - 97 min. Hauptdarsteller: Robert De Niro, Dustin Hoffman, Anne Heche
Der Film zeigt eine Möglichkeit auf, die Bill Clinton damals bei "seiner Affäre" mit Monica L. nicht genutzt hat. Diesmal geht der Berater des Präsidenten (Robert de Niro) so weit, dass er einen Krieg für die Medien inszeniert, der gar nicht stattfindet. Ein visionärer Filmproduzent (Dustin Hoffman) unterstützt ihn tatkräftig beim “Angriff auf Albanien” und liefert den Medien genau das Material bis hin zum "Lied zum Krieg", das sie brauchen und fordern. Es gilt, die 11 Tage bis zur erhofften Wiederwahl des Präsidenten zu "überbrücken"... Eine vergnügliche rabenschwarze Komödie, die sich mit den Themen auseinandersetzt, die heute noch so aktuell wie damals sind: die Manipulierbarkeit der Öffentlichkeit und die Macht (und deren Missbrauch) der Medien. Zum Genre "Antikriegs- / Kriegsfilm" passt dieser Streifen nur bedingt, da es sich ja "nur" um einen virtuellen Krieg handelt. Sehenswert ist er aber allemal.
6. RAMBO
Regie: Ted Kotcheff, USA, 1982. - 94 min. Hauptdarsteller: Sylvester Stallone, Richard Crenna, Brian Dennehy
Auch in diesem Klassiker wird kein Krieg Land gegen Land geführt. Es handelt sich mehr um den Privatkrieg eines Vietnamveteranen, der aus nichtigem Anlass von der Polizei gesucht und in die Enge getrieben wird. Dabei ist "Rambo" - im Gegensatz zu den unsäglichen Sequels (1985, 1987, 2007) nicht nur ein spannender und perfekt inszenierter Actionfilm, sondern er bietet durchaus auch Ansätze zur Aufarbeitung der amerikanischen Vergangenheit.
|