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Länderinfo: Hauptstadt: Windhoek Größe: 824.292 qkm Einwohner (2008): ca. 1,9 Mio.
* Allgemeines * Namibias Matterhorn * Welwitschia mirabilis und Schwarzwälder Kirsch * Namibwüste und Sossusvlei * Die Reifenschlitzerstrecke, ein Schloss und Lüderitz * Eine Geisterstadt, der zweitgrößte Canyon der Welt und ein heißes Bad * Köcherbäume und ein Vulkan * Straußenfarm, ein Damm und Windhoek * Was sonst noch? Kleine Tipps für Namibia * Literatur und Karten * Fotogalerie und Fotoshow
Allgemeines
Reisetermin: 03.10. - 10.10. und 18.10. - 22.10.2000 (13 Tage) Organisation: selbst Flüge: Iberia von Hamburg bis Johannesburg und British Airways von Johannesburg bis Windhoek - und umgekehrt (über Iwanowski's Reisen, Dormagen) Autovermietung: African Extravaganza (Windhoek, über Iwanowski's Reisen) Unterkunft: 5x Dachzelt in der Wildnis, 6x Dachzelt auf Campingplätzen Mitreisende: Freundin Wetter: sehr heiß, lediglich an der Atlantikküste kühl (Wasser eiskalt wegen Humboldtstrom) Streckenlänge: 3584 km in Namibia (6684 km insgesamt)
Genaugenommen war dies unsere erste "richtige" Abenteuertour, denn erstmals würden wir - nur mit einem Auto (incl. einem äußerst praktischen Dachzelt) und ohne Handy unterwegs - ganz auf uns allein gestellt sein. Beim Anflug auf Windhoek, Hauptstadt Namibias, hatte ich schon ein wenig Bedenken, ob das alles so gut gehen würde auf einem Kontinent, den ich überhaupt noch nicht kannte (die Ägyptenreise zählt da nicht wirklich). Ich hatte mich zwar gründlich vorbereitet, viel gelesen, die bestmöglichen Karten gekauft - aber ein "Restrisiko" würde bleiben - alleine in der Wildnis Namibias. Der Reiseveranstalter Iwanowski's Reisen hatte diese Traumreise erst möglich gemacht mit einem sehr günstigen Angebot für einen voll ausgestatteten Allradgeländewagen (Toyota Hilux Raider 2700i 4x4), der uns durch das auf dem Dach angebrachte Zelt fast sämtliche Übernachtungskosten ersparte. Im Oktober kostete dieser Wagen incl. Zelt, 2 Ersatzreifen, Zusatztank, Kühlschrank, Tisch, Stühle, Gaskocher und -licht, 2 Gasflaschen, Grill, Geschirr, Besteck, Schlafsäcke, Kissen, Handtücher und Riesenwassertank nur (umgerechnet) 83 Euro/Tag. Nicht eingeschlossen in der Versicherung waren Reifen- und Windschutzscheibenschäden.  Auch Iwanowski's Angebot für die Flüge war durchaus bezahlbar, wurde durch den günstigen Preis allerdings etwas umständlich, da wir zunächst von Hamburg nach Madrid (5 Stunden Aufenthalt), dann weiter nach Johannesburg (2 Stunden warten) und schließlich nach Windhoek flogen. Beim Rückflug gings dann etwas schneller... Da ich auf dieser Tour unbedingt ans Kap der guten Hoffnung, die Südspitze Afrikas, wollte, verzichteten wir wegen der großen Entfernungen auf eine Tour in die "Etoshapfanne". Wir haben es nicht bereut, zumal die Tiere der Etosha auch in anderen Gegenden Namibias und Südafrikas zu sehen waren. So wurde es schließlich eine 3-Länder-Tour: Namibia - Südafrika - Botswana - Namibia.
Namibias Matterhorn (28 + 479 km) Gleich unsere 1. Übernachtung endete mit einem spektakulären Auftritt der einheimischen Tierwelt... Nach diversen Lebensmitteleinkäufen übernachteten wir im Daan Viljoen Wildpark, 25km westlich von Windhoek. Der Platz war recht geschützt und wurde im Reiseführer als 1. Anlaufstelle und Eingewöhnungstipp für Namibia empfohlen. Wir waren begeistert von dem durchaus gemütlichen Dachzelt (mit weicher Matraze), den bequemen Campingstühlen und natürlich dem Kühlschrank, der jeden Abend ein kühles Bierchen garantierte... Am nächsten Morgen wurden wir durch einen Höllenlärm geweckt. Eine Horde Paviane hatte sich über die Metallmülltonnen hergemacht und suchte mit großer "Begeisterung" nach Essensresten. So starteten wir recht früh auf die B1, eine der wenigen asphaltierten Straßen des Landes, nach Norden über Okahandja zum "Matterhorn Namibias", der Spitzkoppe. Schon von weitem - bei der Anfahrt über eine staubige Schotterpiste - war die markante Shilouette dieses 1728m hohen Berges erkennbar: das europäische Matterhorn in rotem Sandstein. Am Berg angekommen waren wir - wie so oft in den nächsten Wochen - völlig alleine, abgesehen von einer Herde Karakulschafe, die friedlich ausgedörrte Gräser fraß. Die zum Teil völlig glatten Sandsteinfelsen erinnerten sogar ein wenig an den australischen Ayers Rock, der ja auch einsam inmitten einer riesigen Ebene steht. Wenige Fahrstunden später erreichten wir den Namib Game Park, wo wir unseren Wagen erstmal in völliger Wildnis und totaler Einsamkeit in einem kleinen Tal zur Übernachtung abstellten.
Welwitschia mirabilis und Schwarzwälder Kirsch (275 km) Über die völlig flache und menschenleere Welwitschia Plain erreichten wir am nächsten Tag das Swakoptal, wo es die riesigen Welwitschia-Pflanzen zu bewundern gab: ca. 1500 Jahre alte (nicht sehr ansehnliche) Pflanzen mit großen glatten Blättern und 3m tiefen Wurzeln. Die größten Exemplare waren sogar durch Zäune geschützt. Lange konnten wir uns in der sengenden Sonne allerdings nicht aufhalten, das Wageninnere mit seiner Klimaanlage und gekühlten Getränken war einfach angenehmer... Weiter ging die Fahrt durch das lediglich von Flechten und niedrigen Büschen bewachsene Swakoptal Richtung Swakopmund. Auf dem Weg "lag" noch die Van-Stryk-Mine - ein riesiges, von Hand ausgeschachtetes Loch, in dem noch bis in die 1950er nach Erz gebuddelt wurde. Am Nachmittag erreichten wir Swakopmund mit seinen 22.000 Einwohnern. Wie später noch in Lüderitz fiel auch hier die Vergangenheit Namibias als deutsche Kolonie an vielen Stellen ins Auge. Obwohl diese Zeit schon lange zurückliegt (bis zum 1. Weltkrieg), erinnern Straßen-, Hotel-, Restaurant- und Geschäftsnamen an das ehemalige Deutsche Kaiserreich. Im Reiseführer wurde besonders das "Cafe Anton"(!) mit seiner köstlichen Schwarzwälderkirsch-Torte empfohlen. Es war schon ein wenig skurril, als uns im äußersten Süden Afrikas ein schwarzer Kellner in fast perfektem Deutsch Schwarzwälderkirschtorte servierte. Ich weiß bis heute nicht, warum in Namibia die (deutsche) Kolonialvergangenheit so hoch gehalten wird, obwohl die Deutschen sich in dem Land nicht besser aufgeführt haben als andere Kolonialmächte auch. Sie haben es ausgebeutet und unterdrückt (s. Herreroaufstand). Nach Kaffee und Kuchen fuhren wir noch an die Atlantikküste, die einen ziemlichen Kontrast zum heißen Landesinnern bot. Es war kalt und neblig an der 262m langen Swakopmunder Anlegebrücke "Jetty". Das Wasser im Küstenbereich ist sehr flach, so dass man durch den Bau von sehr langen Brücken (Jetty war auf 640m geplant) das Anlegen von größeren Schiffen ermöglichen wollte. Auch unser nächster Übernachtungsplatz lag irgendwo im Nirgendwo - mitten im Namib Naukluft Park, der einen großen Teil der ältesten Wüste der Welt, der Namib-Wüste, ausmachte. Noch schöner als der Sonnenuntergang war der Blick, den wir am nächsten Morgen über die endlose Ebene hatten. Tierherden zogen in der Ferne vorbei und die Skurrilen Köcherbäume boten eine schöne Kulisse dazu.
Namibwüste und Sossusvlei (379 km) Durch die trostlose Mondlandschaft des Kuiseb-Canyon mit seinen Riesenkakteen und endlosen einsamen Sandpisten erreichten wir den winzigen Ort Solitaire, dessen Tankstelle eine unliebsame Überraschung bot: "No Petrol" stand auf einem Zettel an den beiden Zapfsäulen. Immerhin gabs ein kleines Kiosk, wo wir eine kurze Pause einlegten, bevor wir zu einem der Höhepunkte der Tour starteten: die grandiosen Dünen von Sossusvlei. Hier in der Namibwüste begegneten wir dann auch den ersten von unzähligen Oryx-Antilopen, die uns am Straßenrand immer wieder begleiteten (oder zu einem Spurt über die Straße ansetzten). Schon bald erreichten wir den Abzweig nach Westen - hinein in die Dünenlandschaft des Sossusvlei. Rot, Orange und gelb erhoben sich die mächtigen Sanddünen vor unseren Augen und säumten das immer schmaler werdende Tal, durch das wir Richtung Küste fuhren. Inmitten der Dünen wurde die Sandpiste dann immer tiefer, nicht mehr zu vergleichen mit den wunderbaren Sandpisten, auf denen man - leicht schlingernd - bis zu 80 km/h fahren konnte. Ausgerechnet in der brütenden Mittagshitze fuhren wir uns mitten auf der Strecke fest. Auch dreimaliges Freischaufeln half nicht weiter, sodass wir den Reifendruck um 2/3 reduzieren mussten, um mit fast platten Reifen wieder aus dem Sand freizukommen. Wir verzichteten auf die Fahrt bis zum Ende der Strecke und fuhren zurück zu einer der wenigen Dünen, die man auch besteigen darf: "Düne 45" - 170 m hoch. Der Aufstieg in sengender Sonne war eine Tortur, man versank mit der halben Wade im Sand und kam kaum vorwärts. Aber auch nach zwei Dritteln der Strecke hatten wir einen fantastischen Ausblick auf die beispiellose Wüsten- und Dünenlandschaft des Sossusvlei. Der "Abstieg" gestaltete sich als dramatisch schneller - wir benutzten die Düne als gigantische 100m-Rutsche und sausten auf dem Hinterteil in die Tiefe. Auf der Rückfahrt fanden wir glücklicherweise noch eine geöffnete Tankstelle, um den Luftdruck wieder auf Normal zu bringen, bevor wir das Sossusvlei River Camp erreichten ("4x4 only"). Doch statt der erhofften Duschen gab es hier nichts und niemanden. Das einzige Gebäude diente einigen Tieren als Wohnung und wir waren (mal wieder) froh, dass unser Wassertank so groß war.
Die Reifenschlitzerstrecke, ein Schloss und Lüderitz (487 km) Wir hatten zuvor keine Ahnung, dass die B 826 so genannt wurde. Doch die vielen spitzen Schottersteinchen (- und steine) auf der Piste sorgten schnell dafür, dass unsere Durchschnittsgeschwindigkeit deutlich verringert werden musste. So blieb auch mehr Zeit für das mittlerweile gängige "Tieresuchspiel" - denn es gab so viele Tiere an und abseits der Strecke zu sehen - man musste nur darauf achten. Auf den Telefonmasten gab es riesige Webervögelnester und Oryx-Antilopen tauchten immer wieder im Blickfeld auf. Trotz der Öde war auch die Landschaft wunderschön - besonders die riesigen roten Sanddünen, die immer wieder zu sehen waren. Später wurden sie in den Namibbergen von schroffen Felsformationen abgelöst. Mitten in den Bergen dann ein Bauwerk, das so völlig fehl am Platze schien: Duwisib-Castle. Ein kleines Schlösschen mit Mauern und Zinnen, innen mit Antilopengeweihen und Säbeln an der Wand, im Innenhof mit viel Grün und einem kleinen plätschernden Brunnen. Der Deutsche Hansheinrich von Wolff ließ es 1908 nach seiner Heirat mit einer reichen Amerikanerin hier erbauen. Und seitdem wurde es als Museum prima in Schuss gehalten. Zurück auf der B 826 fuhren wir durch die "Schwarzrandberge" - ein Hochplateau, dessen Rand tatsächlich schwarz erschien. Nach einer kleinen Kaffeepause in Aus bogen wir auf die Straße nach Lüderitz ab, die schnurgerade nach Westen Richtung Atlantik führt. Hier sahen wir nicht nur die ersten wilden Strauße, sondern auch ganze Herden von Wildpferden. Am ehemaligen Bahnhof Garub stoppten wir kurz, um die halb im Sand verschwundene, von den Deutschen 1908 gebaute Bahnstrecke Keetmanshoop - Lüderitz zu bewundern und tolle Fotos zu schießen. Lüderitz selbst ist nicht sonderlich sehenswert. Es gibt viele kleine bunte Häuschen, auch ein Jugendstilhaus und eine Felsenkirche, aber alles längst nicht so schön wie in Swakopmund. Wir übernachteten auf den Campingplatz der Haifischinsel, einer kleinen Halbinsel vor der Stadt.
Eine Geisterstadt, der zweitgrößte Canyon der Welt und ein heißes Bad (438 km + 474 km) 15km östlich von Lüderitz liegt die alte Diamantenschürferstadt Kolmannskuppe, die wir am nächsten Morgen - per Führung - besuchten. 1908 wurden hier die ersten Diamanten geschürft, bis sie 1957 aufgegeben wurde. Die letzten Bewohner zogen fort und die Wanderdünen verleibten sich die Stadt ein. Sie wandern im wahrsten Sinne des Wortes quer durch die Häuser, schütten sie zu und geben sie Jahre später wieder frei. Die Hausbesichtigungen werden dadurch ziemlich erschwert, man muss durch kleine Türspalte kriechen und steht plötzlich in einem Zimmer, das diagonal mit Sand zugeschüttet ist. In dieser Geisterstadt gelangen mir außergewöhnliche Fotos - passend zu den außergewöhnlichen Umständen, die hier herrschen. Lediglich 2 Gebäude der Stadt werden noch regelmäßig freigeschaufelt: das Casino - mit intakter Kegelbahn, Theater-, Kino- und Turnsaal und eines der Wohnhäuser, um die Lebensumstände der ehemaligen Bewohner zu dokumentieren. In großem Bogen machten wir uns am Nachmittag wieder auf den Weg nach Süden. Die Straßenqualität ließ wieder stark nach und wir mussten sogar durch einen Fluß fahren, dem man nicht ansah, wie tief er war. Im Camp Hobas unweit des Fishriver- Canyons übernachteten wir, bevor wir am nächsten Morgen schon früh zum zweitgrößten Canyon der Welt aufbrachen: dem Fishriver-Canyon. 161km lang, bis zu 27km breit und 550m tief bietet er vom "Main view point" aus ein eindrucksvolles Bild. Die Ähnlichkeiten zum größten Canyon der Welt, dem Grand Canyon in den USA, sind frappierend - aber wer interessiert sich schon für den zweitplazierten? Wir interessierten uns nun für den Süden des Fishriver-Canyons. Dort liegt das Thermalbad Ai-Ais, wo eine 60 Grad heiße Quelle entspringt und wir uns im dortigen Bad entspannten. Bei 37 Grad Außentemperaturen und 38 Grad (!) Wassertemperatur waren wir die einzigen Badegäste in dem schönen kleinen Schwimmbad mit mehreren kleinen Pools und Fontänen. Die Badewannentemperaturen waren allerdings gewöhnungsbedürftig. Weitere 400km gen Osten lagen an diesem Tag noch vor uns und gegen Abend erreichten wir die südafrikanische Grenze und eine weitere legendäre Wüste: die Kalahari. Hinter Aroab, noch auf namibischem Gebiet, übernachteten wir in der Wüste.
Köcherbäume und ein Vulkan (368 + 185 km) Die folgende Woche verbrachten wir in Botswana und Südafrika, bevor wir am 18.10. wieder namibischen Boden betraten. Nach einer strengen Grenzkontrolle erreichten wir - nach einer Übernachtung im "Texas-Camp" - über die N7 Keetmanshoop, ein kleines - immer noch deutschgeprägtes - Städtchen, in dem wir u.a. die Touriinfo im alten Kaiserlichen Postamt aufsuchten. Über die Hauptstraße Namibias, die B1, ging es schnurstracks nach Norden zu unserem nächsten Ziel: dem Köcherbaumwald. Dieser natürlich gewachsene Wald ist mittlerweile "National Monument" und seine Bäume sind rund 200-300 Jahre alt. Die Buschleute benutzten die Äste als Köcher für ihre Pfeile. Es sind auch nicht wirklich Bäume, sondern Aloe (Dichotoma), und wachsen bis zu 9 m hoch. Der Köcherbaum liebt die hier herrschende Durchschnittstemperatur von 38 Grad und kann sehr viel Hitze absorbieren - und: er ist nichtmal frostempfindlich. Wir durchstreiften den "Wald" für einige schöne Fotos, bevor wir zum nächsten außergewöhnlichen Naturschauspiel aufbrachen: dem "Giants Playground" - Spielplatz der Riesen. Hier liegen mächtige Felsbrocken und Steine millionenfach in sengender Sonne auf 5 qkm herum. Endlos reicht der Blick bis zum Horizont: nichts als Steine... Unseren Schlafplatz fanden wir an einem ganz besonderen Ort: einem erloschenen Vulkan. Der 650m hohe Brukkaros steht wie ein Monument inmitten einer endlosen Ebene. Weit und breit keine Menschenseele, kein Ort - nur Geröll, Sträucher und absolute Stille. Selten war ich an Orten, wo nicht einmal Vogelgezwitscher oder Grillengezirpe die Ruhe störte. Hier war so ein Ort - es war so still, dass es in den Ohren wehtat. Am Abend machten wir noch einen Spaziergang zum Krater und konnten einen Blick in den Vulkan werfen. Richtig unheimlich war dieser Ort.
Straußenfarm, ein Damm und Windhoek (415 + 156 km) Auf der langen Rückfahrt nach Norden besuchten wir bei Marienthal noch eine Straußenfarm mit mehr als 35000 Tieren auf 2600 ha. Soweit ich das beurteilen kann, hatten die Tiere viel Platz zum laufen und posierten sogar freundlicherweise für ein paar Großaufnahmen. Die Mittagspause legten wir am größten Stausee Namibias - dem Hardap - ein. 25 qkm Wasserfläche unter glühender Sonne, aufgestaut vom 1963 erbauten Hardap-Damm mit einem den Damm überragenden Restaurant. Im dazugehörigen kleinen Schwimmbad verbrachten wir einen erholsamen Nachmittag, bevor wir uns wieder auf die Straße machten um 15km vor unserem Tagesziel Rehoboth den Wendekreis des Steinbocks (23,5 Grad südlicher Breite) zu überqueren. Ein großes Schild "Tropic of Capricorn" machte auf diesen an sich völlig unbedeutenden Ort aufmerksam. In Rehoboth angekommen mussten wir uns zum "Reho Spa", einem Erholungscamp, durchfragen. Auf dem zugehörigen Campingplatz übernachteten wir, nachdem man uns freundlicherweise den Schlüssel für das Schwimmbad gegeben hatte, wo wir ein nächtliches Bad nehmen konnten. Dummerweise lag die Wassertemperatur bei 41 Grad, da die beiden Becken direkt von einer heißen Quelle gespeist wurden. Es war beinahe unerträglich heiß dort. Aber gemütlich, da wir die Schwimmbadbeleuchtung nicht einschalten konnten und so im Halbdunkeln badeten. Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen von Namibia. Über die B1 erreichten wir die Hauptstadt, wo wir uns noch ein wenig umsahen: der "Tintenpalast" (Nationalversammlung), der mit blühenden "purple Trees" bewachsene üppige Park davor, die Christuskirche (1907) - und noch ein Abschlusskäffchen im "Le Bistro" in der Fußgängerzone. Das letzte Camp der Reise hieß Arebbusch-Travel Lodge, wo es dann ans Packen und Aufräumen ging. Am 22.10. um 11 Uhr gaben wir unser unbeschädigtes Auto zurück - und erfuhren nebenbei, dass der Wagen wegen zu geringer Deckungssumme auf meiner Kreditkarte die ganze Fahrt lang nicht versichert war...
Was sonst noch? Kleine Tipps für Namibia
Tankstellen Das Tankstellennetz in Namibia ist sehr dünn. Es empfiehlt sich, eine Straßenkarte mitzunehmen, die auch Tankstellen verzeichnet. Trotzdem ist ein stets voller Ersatzkanister dringend zu empfehlen, um den ein oder anderen "Ausfall" im Tankstellennetz ("No Petrol") überbrücken zu können.
Fahren im Inland Da unsere Autoversicherung Schäden an Reifen und Windschutzscheibe nicht beinhaltete, verzichteten wir auf Vollgasfahrten auf steinigen Pisten und hielten grundsätzlich großen Abstand auf vor uns fahrende Wagen (sofern es dann mal welche gab...), damit die umherfliegenden Steine nicht unsere Windschutzscheibe trafen. Obwohl wir (unwissentlich) die gefürchtete "Reifenschlitzerstrecke" befuhren, hatten wir nicht einen einzigen Platten oder Steinschlag in der Scheibe.

Literatur:
Reiseführer:
Revilio, Bill und Andrea: Namibia. - Köln: Könemann, 1998. - 128 S. mit Fotos und Karten sowie beiliegende große Karte (1:2.000.000) ISBN 3-89508-878-1
Iwanowski, Michael: Namibia - Reisehandbuch. - 18. Aufl. - Dormagen: Iwanowski's Reisebuchverlag, 2000. - 601 S. mit Fotos und Karten ISBN 3-923975-19-8
Karten Namibia:
Namibia Maßstab 1:2.000.000  2. Aufl. - Vancouver: International Travel Maps ISBN 0-92146360-X
Karte Südliches Afrika: Southern Africa Region Maßstab 1:2.125.000 Vancouver: International Travel Maps ISBN 0-9214637-8
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