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Länderinfo: Hauptstadt: Lima Größe: 1.285.220 qkm Einwohner (2006): 28,3 Mio.
* Allgemeines * Titicacasee * Cuzco * Machu Picchu * Lima * Was sonst noch? Kleine Tipps für Peru * Fotogalerie und Fotoshow
Allgemeines Reisetermin: 03.07.- 09.07.1997 (7 Tage) Organisation: "Miller Reisen" Flug: Cuzco - Lima mit Aero Continente und Lima - Hamburg mit Iberia Reiseart: Flug-, Zug-, Boot- und Busreise Mitreisende: "Gruppenreise" (Meine Frau und ich) Wetter: Sehr warm, im Regenwald schwül, am Pazifik kühl
Peru war das fünfte und letzte Land unserer rund 2wöchigen Südamerikareise, die in kürzester Zeit die Top-Highlights des Kontinents zum Ziel hatte. Zusammen mit dem Veranstalter Miller-Reisen stellte ich eine Reiseroute zusammen, die durch die vielen Flüge zwar recht anstrengend werden, aber unvergesslich bleiben würde. Die weiteren Stationen der Reise waren Paraguay, Brasilien, Argentinien und Bolivien. Angekündigt als "Gruppenreise" stellte sich schon am Flughafen in Rio heraus, dass die "Gruppe" nur aus 2 Personen + Guide bestand - und zwar in jedem Land! Es wurde eine echte Luxusreise mit vielen Top-Hotels und - wie erwähnt - persönlichen Guides an jedem Ort.
Titicacasee Über die Grenzstation Yunguyo durchquerten wir in unserem Kleinbus schier endlose trockene Gebiete mit ein wenig Viehzucht und vielen winzigen Dörfern. In Pomata sahen wir uns die - wie immer im spanischen Kolonialstil erbaute - Kirche an, bevor wir in Puno die schlechteste aller Unterkünfte auf unserer Tour erreichten: Hostal Sillustani. Puno selbst ist keine schöne Stadt, aber ihre Lage direkt am Titicacasee macht sie zum Ausgangspunkt vieler Bootstouren auf dem See. Unsere Tour am nächsten Tag führte uns zu den Uros, einem Volk, dass auf großen selbstgebauten (d.h. zusammengebundenen) Schilfinseln im See lebt. Alle 2 Jahre müssen diese schwimmenden, 1,5 Meter dicken Inseln erneuert werden. Natürlich haben sich die Uros längst auf den Tourismus eingestellt und verkaufen erfolgreich ihre künstlerischen Erzeugnisse, vor allem Teppiche. Ein Spaziergang auf so einer Insel ist verständlicherweise etwas ganz besonderes, da der Boden unter den Füßen schwimmt und schwingt - bei mir noch verstärkt durch die letzten Auswirkungen der abklingenden Höhenkrankheit. Auch die nächste Station auf dem See - die Insel Taquile - war etwas ganz Spezielles. Auf dieser malerischen Insel mit wunderbarem Ausblick auf den See befindet sich eine streng kommunistisch organisierte Gemeinschaft. Alle Einnahmen werden geteilt und kommen der Allgemeinheit zugute. Mit ein paar anderen Touris und unserer neuen Reiseführerin Elba stiegen wir wieder zahllose Stufen hinauf bis zu einem alten Inkator und hatten dann viel Zeit, uns das kleine Dorf anzusehen - incl. Mittagessen in einem Restaurant, bei dem ich den Blick in die Küche gleich wieder bereut habe. Auch auf Taquile finden sich zahlreiche Felder in Terrassenform.
Cuzco Am nächsten Morgen bestiegen wir einen Zug (Inka-Klasse) und genossen die fantastische Fahrt von Puno nach Cuzco durch die Anden. Der Zug durchquerte im Schritttempo eindrucksvolle Landschaften, winzige Dörfer und Weiden mit Lamaherden. Man konnte die Peruaner beim Wäschewaschen, Schwatzen und Lehmziegelbrennen beobachten. Gegen 21 Uhr erreichten wir unser Hotel El Dorado Inn mit spanisch angehauchtem Interieur. Die Nacht war sehr kurz, denn am nächsten Morgen fuhr unser Zug um 6 Uhr zum absoluten Höhepunkt der Reise: Macchu Picchu. Cuzco, die alte Inkastadt, erlebten wir erst wieder am späten Abend, als wir alleine zu einem nächtlichen Stadtrundgang aufbrachen. Die erste Station war gleich der Mittelpunkt der (Inka-) Welt (Tahuantinsuyo = Reich der 4 Regionen). Hier befand sich der Nabel ("Cuzco") der Welt, der leider von den Spaniern gründlich verändert wurde. Die heutige Plaza de Armas (1438-71 unter Pachacutec errichtet) wird heute von der Kathedrale (1664) und der Jesuitenkirche La Compania (1650) gesäumt. In der Mitte steht ein prächtiger Brunnen, der nachts wunderbar erleutet ist. Auch in der Umgebung des Platzes, in den Seitenstraßen (z.B. Calle San Blas) und an kleineren Plätzen (z.B. Plazoleta de las Nazarenas) finden sich überall die mächtigen Fundamente der früheren Inkabauten. Mächtige, fugenlose Quader fügen sich kunstvoll zusammen. Auch die Kathedrale wurde auf solch einem Fundament errichtet. Weitere Inkamauern finden sich oberhalb Cuzcos in der alten Festung Sacsayhuaman.
Machu Picchu Höhepunkt der Reise und schönster Fleck der Erde (bislang): Machu Picchu, die heilige Stadt der Inka. Die einzige (Fahr-) Verbindung zur Stadt mitten im Dschungel startete morgens um 6 Uhr ab Cuzco. Mit abenteuerlichen Rangiermanövern quälte sich der Zug im Schritttempo den Berg hinauf bis er dann das grandiose Tal des Urubamba-Flusses erreichte. Zuvor boten sich spektakuläre Blicke auf den rund 5000m hohen schneebedeckten La Veronica. Beinahe parallel zum deutlich höher gelegenen Fußweg ("Inka-Trail") schob sich der Zug immer am Fluß entlang durch winzige Örtchen bis zu dem kleinen Zielbahnhof weit unterhalb der Stadt Machu Picchu. Hier beginnt der "Hiram-Bingham-Weg", benannt nach dem Wieder-Entdecker der Inkastadt, der sich 8 km in Serpentinen den Berg hochzieht. Mit einem Bus, unserem Machu-Picchu-Reiseleiter Marcial und den restlichen Zugfahrern machten wir uns auf den Weg nach "oben". Die letzten Meter zum Eingangstor der Stadt (übrigens dem einzigen Zugang in rund 2500m Höhe) liefen wir auf dem legendären Inka-Trail, bevor sich uns urplötzlich der großartigste Ausblick, den ich je genießen durfte, bot: der berühmte Blick über die Stadt Machu Picchu mit dem markanten Felsen Huyana Picchu im Hintergrund. Ich erinnere mich noch genau, dass wir - überwältigt von diesem Anblick und der unheimlichen Stille, die über der Stadt lag - über eine Stunde oben saßen und nur auf die Stadt hinuntersahen. Obwohl der Zug voller Touristen gewesen war, herrschte hier absolute Ruhe. Die Menschen verliefen sich auf dem Gelände und das nahegelegene Hotel war so gebaut, dass es weder zu sehen noch zu hören war. Nach den üblichen einführenden Worten über die Geschichte und die Legenden der Stadt durch Marcial machten wir uns auf zu einem Stadtrundgang. Wir liefen über die "Andenes", die Terrassen der Inka für den Anbau von Kartoffeln und Mais, sahen einen Begräbnisstein, eine Rekonstruktion eines Daches und streiften zwischen den Häusern entlang über endlose Treppen. Wir stiegen hinauf zum Intihuatanta, dem Sonnenobservatorium, mit einem tollen Blick auf den Steinbruch, die Treppenpyramide, den Inticancha (hl. Platz), Intipampa (Hauptplatz), die obere und untere Häusergruppe und die Pucamarca-Gruppe. Immer wieder im Hintergrund: der "junge Gipfel" (Huayna Picchu) mit 2700 m Höhe. Selbst auf diesem steilen Felsen sind noch Terrassen angelegt. Weitere sehenswerte Bauwerke waren der "Torreon" (Sonnenturm) mit Treppen aus einem einzigen Steinblock, der sogenannte Palast des Inka und der Palast der Nusta (Priester) mit ihren perfekten Mauerwerken (kein Mörtel, keine Spalten). Unter dem Torreon befand sich ein Mausoleum, in dem man die Mumi Pachacutis VI. und seiner 3 Wächter fand. Besonders erwähnenswert ist die perfekte Wasserversorgung der Stadt mit unzähligen kleinen Kanälen. Die Amanahuasis - "Straße der 13 Bäder" an 239 Stufen gelegen - ist ein gutes Beispiel für den hohen Stand der Ingenieurkunst bei den Inkas. Ebenso wie der rätselhafte "Tempel der 3 Fenster" aus weißem Granit, dessen Funktion bis heute nicht klar ist, oder der Haupttempel "Carpahuasi" mit seinem mächtigen Opferstein. Auch die mehr als 100 Treppen in der Stadt mit über 3000 Stufen verdienen Beachtung. Die längste Treppe hat 600 Stufen und führt steil den Berg hinab. Leider viel zu früh mussten wir uns von dieser fantastischen Stadt verabschieden. Nach einem "Drink" im nahen Restaurant "Touristas" (!) bestiegen wir wieder den rot-gelben Zug und fuhren durch das Urubamba-Tal zurück nach Cuzco - allerdings mit dem festen Vorsatz, irgendwann noch einmal hierher zurückzukommen.
Lima Die Hauptstadt Perus war die letzte Station unserer Südamerikareise. Untergebracht im mächtigen Hotel Crillon in einem riesigen Zimmer im 70er-Jahre-Look legten wir zunächst einen Faulenzertag ein. Erst am folgenden Tag stand die obligatorische Stadtrundfahrt an mit Stationen wie Kathedrale (letzte Ruhestätte Pizarros - nein, nicht der Fußballer...), Regierungspalast (hier saß Chefperuaner Fujimori), Bischofspalast am Plaza de Armas mit seinen schönen Holzbalkonen, Rathaus, Bronzebrunnen von 1650 und Kirche / Kloster San Franciso mit beinahe unerträglicher Kitschausstattung. Lediglich der Kreuzweg war recht beschaulich. Einen weiteren Stopp legten wir dann am Pazifik im noblen Stadtteil Miraflores ein. Im dortigen "Freundschaftspark" gab es einige Plastiken und Mosaikarbeiten zu sehen. Im Archäologischen Museum trafen wir neben der Mumie einer Prinzessin auch eine Grundschulklasse, deren Kinder besonderes Interesse an den blonden Haaren meiner Frau zeigten. Diese Haarfarbe kommt in Peru auch eher selten vor... Nach Ende der Stadtrundfahrt, die nach den fantastischen Bauwerken in Cuzco und Macchu Picchu nicht mehr wirklich vom Hocker riss, gönnten wir uns einen großen Sangria bei "Norky's" - einer Art peruanischer Wienerwald... Nachmittags streiften wir dann noch alleine durch die Straßen der Hauptstadt, sahen noch viele der zum Teil hervorragend erhaltenen Holzbalkone und sogar eine Villa im Jugendstil. Vom 8. Stock unseres Hotels hatten wir allerdings auch einen Blick auf die weniger schönen Seiten der Stadt - nicht allzuweit entfernt lebten sie Leute in einem regelrechten Elendsviertel, wie es in allen großen südamerikanischen Städten existiert. Alles in allem ist Lima nicht wirklich lohnenswert - einen längeren Aufenthalt kann man sich sparen. Am nächsten Morgen startete unser IBERIA-Flieger kurz vor Mittag wieder Richtung Heimat. Eine anstrengende, aber auch unheimlich interessante und eindrucksvolle Reise lag hinter uns.
Was sonst noch? Kleiner Tipp für Peru
Cuzco und Machu Picchu Beide Orte sind leider etwas zu kurz gekommen auf unserer Tour. In Cuzco lohnt sich neben der eigentlichen Stadt unbedingt noch die Besichtigung der erwähnten Festung hoch über der Stadt. Nirgendwo sind solch monumentale Steinquader zu sehen und ihre kunstvolle Bearbeitung zu bewundern. Für Machu Picchu sollte man am besten mindestens 3 Tage einplanen, d.h. zwei (teure) Übernachtungen im nahegelegenen Hotel buchen (da die tägliche Anfahrt mit dem Zug aus Cuzco zu lange dauern würde). Lohnenswert ist sicher noch der Aufstieg zum Gipfel des Huayna Picchu (600 Stufen) und der Abstieg in der Stadt selbst in tiefere Regionen (zum Teil sehr steil). Aber auch "nur" den Blick von oben auf die Stadt zu genießen lohnt einen deutlich längeren Aufenthalt als wir ihn hatten.
 Literatur
Gerd Möller: Peru und Bolivien 2. Auflage 1991 Köln: DuMont Reihe: Richtig reisen ISBN 3-7701-2068-X 308 S., viele Ill.
Südamerika Hg. von Tony Perrottet Überarb. Auflage 1996 München: Langenscheidt Reihe: APA Guides; 116 ISBN 3-8268-1401-0 413 S., viele Ill.
 Simone Waisbard Machu Picchu : die heilige Stadt der Inka Bergisch-Gladbach: Lübbe 1989 ISBN 3-7857-0541-7 272 S., Ill.
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