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Länderinfo: Hauptstadt: Pretoria Größe: 1.219.912 qkm Einwohner (2008): ca. 48,7 Mio.
* Allgemeines * Kalahari * Tiersuche und Wasserfälle * Der Weg zum Kap * Das Kap der Guten Hoffnung * Literatur und Karten * Fotogalerie und Fotoshow
Allgemeines
Reisetermin: 11.10. - 18.10.2000 (8 Tage) Organisation: selbst Unterkunft: 7x Dachzelt auf Campingplätzen Mitreisende: Freundin Wetter: sehr heiß, lediglich an der Atlantikküste und am Kap kühl Streckenlänge: 3113 km
Genaugenommen war Südafrika "nur" eine Etappe unserer großen Namibiatour. Ziel war das Kap der Guten Hoffnung, während ich mir vom Rest des westlichen Südafrikas nicht allzuviel versprach. Doch ich sollte mich täuschen, denn auch dieser Teil - weit entfernt von den bekannten Tierparks (z.B. Krüger-Nationalpark) - bot eine fantastische Tier- und Pflanzenwelt. Mit unserem gemieteten Geländewagen Toyota Hilux Raider 2700i 4x4 samt Dachzelt überquerten wir am 11.10.2000 um 8 Uhr die südafrikanische Grenze bei Rietfontein in der legendären Kalahari-Wüste.
Kalahari (486 km) Gleich hinter der Grenze tobten die ersten Strauße in einem irren Tempo neben unserem Wagen her. Wir befanden uns im Kalahari Gemsbok National Park, in dem es neben den Gemsböcken (Springböcke, die ihrem Namen alle Ehre machen!) gleich auch Karakul-Schafe, Gnus und (kleine und große) Oryx-Antilopen in freier Wildbahn zu bewundern gab. Der 20000 qkm große Park bot ein unglaubliche Vielfalt an Tieren und machte die Fahrt zu einem immer wieder überraschenden Tier-Suchspiel. Nach einer kurzen Fahrt durch Botswana (über die "grüne" Grenze) durchquerten wir das ausgetrocknete Bett des Nossob, "schwebten" leicht schlingernd über die Sandpisten bis wir kurz vor dem Tagesziel - dem Twee Riveren Camp - einen faulen Löwen mitten in der Pampa liegen sahen. Er interessierte sich weder für uns noch für die anderen Wagen, die kurz vor uns angehalten hatten. Im Twee Riveren genehmigten wir uns ein warmes Abendessen in einem kleinen Restaurant incl. ein paar Windhoek-Lager-Bier. Anschließend besuchten wir einen Diavortrag über die Kalahari und gegen Ende des Vortrags ermahnte man uns zur Vorsicht, da in dem Lager Skorpione gesichtet worden waren. Ein Grund mehr zur Dankbarkeit für das DACH-Zelt auf unserem Wagen. Am nächsten Tag verließen wir die Kalahari mit ihrem kräftig rotbraunen Sand Richtung Süden auf der R360, durchquerten eine glühendheiße Salzpfanne, sahen riesige Webervogelnester und erreichten den nächsten Naturpark.
Tiersuche und Wasserfälle (418 km) Auf den ersten Blick sah das "Spitzkop Nature Reserve" sehr unspektakulär aus: eine endlose Ebene mit unzähligen Sträuchern und verdorrten Gräsern. Laut Prospekt sollte es hier einige Tierarten zu beobachten geben, von denen wir zunächst nichts entdecken konnten. Doch nach einer Weile tauchten sie dann wie aus dem Nichts auf: Springböcke, die bis zu 7m weit springen können, Kamel- und Zebraherden. Wenig später das Kontrastprogramm: riesige grüne Weinanbauflächen, je näher wir dem Oranje-Fluß kamen. "The green Kalahari" hieß dieses Gebiet in einem der Faltblätter. Tagesziel waren allerdings die "Augrabies", gigantische Wasserfälle des Oranje. Wir erreichten sie am Abend und erlebten im Restaurant "Ladies Bar" (!) des "Rest Camps" gleich ein eindrucksvolles Gewitter mit Donner und Blitzen, wobei letztere zu einem längeren Stromausfall führten, der mit Kerzen überbrückt werden konnte.
Am nächsten Tag fuhren wir sämtliche Aussichtspunkte dieser 9km langen Schlucht an, in die sich der Oranje 146m tief hineinstürzt. Die ganze Nacht über hatte uns das Rauschen dieses beeindruckenden Naturschauspiels begleitet. Auf dem "Moon rock", einer wahren Mondlandschaft oberhalb der Fälle, trafen wir - mal abgesehen von den allgegenwärtigen kleinen Echsen - ein paar gemächlich dahinkriechende Schildkröten. Am "Ararat-Aussichtspunkt" bot sich noch einmal ein grandioser Blick in die dort sogar 260m tiefe Oranje-Schlucht. Doch noch ein weiteres Highlight erwartete uns nahe den Augrabies: die unerwartete Begegnung mit einer Herde Giraffen. In einem Gebiet, das oberflächlich gesehen doch recht flach und nur spärlich mit Bäumen bewachsen war, vermutet man diese schönen Riesen nun wahrlich nicht. Umso überraschender tauchte eine davon plötzlich vor uns auf und schaute uns so lange und so interessiert an, dass viel Zeit für ein paar Fotos blieb. Ihre Artgenossen tummelten sich in einer kleinen Senke unweit der Straße. Wieder erwies es sich als Glücksfall, dass wir so einsam unterwegs waren - denn wann hat man schonmal das Vergnügen, einer Giraffe ohne trennenden Zaun völlig alleine gegenüber zu stehen?
Der Weg zum Kap (619 + 397 + 310 km) Nach diesen tollen Erlebnissen hieß es nun ersteinmal: Kilometerfressen, denn das Kap war noch weit über 1000km entfernt. Über die R27 durchquerten wir das blühende Namaqualand (auf der Südhalbkugel war schließlich Frühling) und erlebten eine fantastische Abfahrt über den Vhanrhynsdorp-Pass. In der tiefer gelegenen Ebene übernachteten wir dann im gleichnamigen Camp, da es hier kein Möglichkeit für eine "wilde" Übernachtung gab. Am nächsten Tag erreichten wir dann nach rund einer Woche wieder die Atlantikküste. In der Nähe von Lamberts Bay lag "Birds Island", das seinem Namen dann auch alle Ehre machte: Kormorane, Möwen, Tölpel und Pinguine gab es hier in unglaublicher Anzahl. Weiter südlich durchquerten wir den West-Coast-Nationalpark, der in voller Blüte stand. Ganze Blütenmeere bedeckten hier den Boden in allen möglichen Farben. Direkt hinter den Atlantikdünen übernachteten wir in einem Camp in Yzerfontein. Der Sonnenuntergang war fantastisch.
Das Kap der Guten Hoffnung (73 km) Am Sonntag, 15.10.2000, war es endlich soweit: wir erreichten die Südspitze Afrikas und erblickten das Kap der Guten Hoffnung erstmals vom "Chapman's Peak Drive". Doch zunächst fuhren wir mit der Cape-Point-Bahn zum Cape Point, einem weiter östlich gelegenen Aussichtspunkt mit Leuchtturm. Hier gab es nicht nur einen tollen Ausblick auf den Kap-Felsen, sondern auch eine Begegnung mit Pavianen (die sich auf dem Parkplatz tummelten) und einem bekannten deutschen Schauspieler, der um diese Zeit für Dreharbeiten in Südafrika weilte: Götz George. Wenig später machten wir uns dann zum eigentlichen Kap auf, das den (beinahe) südlichsten Punkt Afrikas darstellt und direkt am Ufer des Atlantiks mit einem großen Holzschild gekennzeichnet ist. Für ein Foto mussten wir allerdings anstehen, da wir an diesem touristischen Highlight bei weitem nicht die einzigen Besucher waren - im Gegenteil: der Parkplatz war voll. Am Nachmittag fuhren wir zurück nach Kapstadt, das einige Kilometer nördlich des Kaps liegt. In dieser schönen Stadt, überragt vom weltbekannten Tafelberg, leben rund 250.000 Menschen. Für einen grandiosen Überblick über Cape Town bestiegen wir die "Table Mountain Rotair" - Seilbahn, die uns an einem 1244m langen Stahlseil auf den 1067m hohen Tafelberg bringen sollte. Alleine mit dem Seilbahnführer in der für 65 Personen ausgelegten Kabine kamen wir allerdings erstmal nur bis zur halben Höhe. Dann blinkten über den Schaltknöpfen die roten Lämpchen und die Bahn blieb stehen: Windalarm. Wir schaukelten ganz schön vor der Felswand, doch da der Seilbahnführer ruhig blieb, war das wohl normal... So blieb auch Zeit für ein paar schöne Fotos aus der Seilbahn auf die tief unten liegende Stadt. Oben angekommen genossen wir den Ausblick - bei allerdings recht kühlen Temperaturen - auf Cape Town und die umliegenden Berge. Langsam zogen die Wolken durch die Täler und Schluchten den Tafelberg von der Rückseite hoch, so dass wir die Rückfahrt antreten mussten. Endlich wieder in der "Zivilisation" verbrachten wir den 1. Abend gleich an der Waterfront - der Kapstädter Vergnügungsmeile direkt am Wasser. In einem der zahlreichen Kinos sahen wir "Hollow man", bevor wir uns in das idyllische Camp Fishhoek unweit der Stadt zurückzogen. Am nächsten Tag machten wir den obligatorischen Stadtbummel: Old Town house (1761), Castle of good hope (1. Steingebäude Südafrikas und nie angegriffen worden, 1666), Adderley Street (Mittagspause) und dann wieder zur Waterfront. Auf einem dort angebrachten Wegweiser war zu ersehen, dass wir ziemlich genau 10.000km von zuhause entfernt waren. Bevor wir uns wieder in unser Camp am Indischen Ozean zurückzogen, gaben wir uns an der Waterfront noch einmal die volle Kinodröhnung: zunächst eine 60-Minuten-Doku über Delphine im IMAX-Kino, dann "Schatten der Wahrheit" im NU-Metro 11 und zum Abschluss "Shanghai noon" im NU-Metro 2. Am nächsten Morgen kehrten wir der "Zivilisation" wieder den Rücken und machten uns auf die lange Fahrt nach Norden.
Kilometerfressen und 4x4-Abenteuer (610 + 200 km) Der 17.10. war ein reiner Fahrtag. Über die N7 fuhren wir schnurstracks nach Norden und übernachteten im Camp Springbok. Den nächsten Tag, der uns zurück nach Namibia bringen sollte, wollten wir anfangs ein wenig "auflockern" und besuchten das Goegap-Nature-Reserve. Nach der Besichtigung des Gartens, in dem alle Sukkulentenarten des Namaqualandes zu sehen waren, buchten wir ahnungslos eine Fahrt über den 4x4-Trail. Die bisherige Erfahrung mit diesen Trails besagte, dass sie einen vor keine besonderen Herausforderungen stellten. Auch hier sah es anfangs danach aus, als wir den Weg zum blumenübersäten Carolusberg befuhren. Doch schnell änderte sich die "Straßen"-Qualität. Dicke Steinbrocken und tiefe Löcher brachten mehr und mehr Spannung in die Sache. Da unsere Reifen nicht versichert waren, fuhren wir recht vorsichtig und langsam. Ab und zu mussten Brocken aus dem Weg gerollt werden, dann wieder war kein Weg mehr zu erkennen. Zu allem Überfluss fuhren wir auf dem Weg zur "Bloumyn", der Blauen Mine, in eine Sackgasse. Es war zwar ein toller Aussichtspunkt, aber an drei Seiten ging es nur noch steil den Berg hinunter. Zu Fuß fand ich bald den richtigen Weg, der sich über eine ebenfalls steile Abfahrt erstreckte. Der 4-Rad-Antrieb des Toyota bewährte sich hier ganz besonders. Bislang hatten wir ihn, um Sprit zu sparen, meist ausgeschaltet gelassen. Nach der geglückten Abfahrt war es nicht mehr weit bis zur namibischen Grenze, die war nach einer strengen Kontrolle überfuhren.
Literatur:
Reiseführer:
Joyce, Peter: Südafrika. - Köln: Könemann, 1996. - 128 S. mit Fotos und Karten sowie beiliegende große Karte (1:2.400.000) ISBN 3-89508-885-4
Karte Südafrika:
Karte Südliches Afrika: Southern Africa Region Maßstab 1:2.125.000 Vancouver: International Travel Maps ISBN 0-9214637-8
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