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Länderinfo: Hauptstadt: Abu Dhabi Größe: 83.600 qkm Einwohner (2006): ca. 4,6 Mio. Die V.A.E. sind ein Zusammenschluss von 7 unabhängigen Emiraten.
* Allgemeines * Tour 1: Abu Dhabi - Al Ain * Tour 2: Oman - Hatta - Fujeirah * Kleinere Touren 1: Jumeirah * Kleinere Touren 2: Hyatt Regency und Dubai Creek * Kleinere Touren 3: Dubai Heritage Village und Jumeirah Beach * Kleinere Touren 4: Burj Dubai und Al Safa Park * Kleinere Touren 5: Wild Wadi Waterpark * Was sonst noch? Kleine Tipps für Dubai * Literatur und Karten * Fotogalerie und Fotoshow
Allgemeines
Reisetermin: 9.10. - 23.10.2008 (14 Tage) Organisation: selbst Flug: Turkish Airlines mit Zwischenlandung in Istanbul (über www.expedia.de) Autovermietung: Sunny Cars (über www.expedia.de) Unterkunft: Privat in Luxuswohnanlage "The Greens" (Dubai) Mitreisende: Frau und Tochter Wetter: Strahlender Sonnenschein bei bis zu 41 Grad im Schatten (wenn es denn welchen gab...)
Bei unserer ersten Fernreise zu dritt wollten wir es etwas "langsamer" angehen lassen, da wir noch nicht wussten, wie unsere 3 1/2jährige Tochter Flüge vertragen würde. Dabei kam uns der Umstand zugute, dass ein Freund von mir seinen Arbeitsplatz unlängst von China nach Dubai verlegt hatte und ein Besuch bei ihm mal wieder anstand. Ich buchte also bei expedia einen Flug für die ganze Familie sowie einen Mietwagen mit Kindersitz. Wohnen würden wir in den 2 Wochen bei meinem Freund in einer Luxuswohnanlage mit 2 Pools und eigenem Fitnessstudio. In seiner großen Wohnung belegten wir für die Zeit das sehr geräumige Arbeitszimmer. Nach einem rund 7 1/2 stündigen Flug mit Zwischenlandung in Istanbul kamen wir gegen 5 Uhr morgens in Dubai an. Ich kümmerte mich gleich am Schalter des Autovermieters um unseren Mietwagen, bevor uns gegen 6 Uhr mein Freund abholen würde. Am Schalter gab es dann eine gute und eine schlechte Nachricht: der gebuchte dreitürige Wagen war nicht verfügbar, so dass wir einen größeren mit 4 Türen - einen Toyota Yaris - bekamen. Ebensowenig verfügbar war dann leider auch der Kindersitz, was uns in den nächsten beiden Wochen zu einigem Improvisieren zwang, da der Sicherheitsgurt auf der Rückbank in Halshöhe meiner Tochter verlief. Bald darauf traf auch mein Freund ein und wir bekamen auf der Fahrt vom Flughafen im Osten Dubais bis zur Wohnung im Westen einen ersten Eindruck von der Gigantomanie der Scheichs und der Verkehrssituation im allgemeinen. Eine 20spurige Autobahn (10 Spuren pro Richtung) brachte uns quer durch die Stadt zu unserer "gebuchten" Wohnung. Da es noch sehr früh war, blieben wir von der Rushhour weitgehend verschont und bekamen sogar einen Parkplatz vor "unserem" Haus. Später stellte sich dann heraus, dass es nur von Frühmorgens bis ca. 16.30 Uhr Parkplätze gab. Wer später kommt, darf die Umgebung auf der Suche nach einem Platz erkunden... Nach einer kurzen Schlafpause machten wir uns auf zu einem ersten Erkundungsgang in der Wohnanlage, sahen uns die beiden gekühlten (!) Pools an (ein sehr flacher mit Segeldach für Kinder und ein tieferer für die Erwachsenen) und das Gratis-Fitnessstudio. Da wir uns natürlich selbst verpflegen mussten, folgte eine erste Tour zum nächstgelegenen Einkaufszentrum, der "Mall of Emirates". Abgesehen von der fast unübersichtlichen Größe fiel die Mall durch einen riesigen silbern glänzenden plattgedrückten "Schlauch" auf ihrem Dach auf: eine gigantische Indoor-Skianlage mit Abfahrtspiste, Skilift, Bobbahn, Schlittschuhbahn, Rodelbahn usw... Bei 40 Grad im Schatten außerhalb der Mall liefen hier die Leute in dicken Winterjacken herum und nutzten diese Ausgeburt der Dekadenz von superreichen Scheichs, die nicht wissen, wie sie ihre Milliarden sinnvoll investieren sollen. In den nächsten Tagen begegneten uns noch weitere Beispiele dieser perversen Gigantomanie, von denen es in den Vereinigten Arabischen Emiraten - aber besonders im Emirat Dubai - nur so wimmelt. Im Gegensatz zu den westlichen Ländern liegt das Wochenende in den arabischen Ländern ein wenig früher: Freitag und Samstag. An den beiden Wochenenden, die in unseren Aufenthalt fielen, unternahmen wir zwei längere Ausflüge mit unserem Freund in dessen Mitsubishi Pajero Geländewagen.
Tour 1: Abu Dhabi - Al Ain Die erste Tour führte uns zunächst nach Abu Dhabi - Dubais Nachbaremirat im Westen der V.A.E. Eine endlos wirkende gerade Autobahn verlief quer durch trostlose Wüsten- und Industrieanlagen, bis wir nach rund 110 km im gut klimatisierten Wagen Abu Dhabi Stadt mit seiner neuesten Sehenswürdigkeit, der "Weißen Moschee", erreichten. "Dummerweise" waren hier der V.A.E.-Gigantomanie per islamischem Gesetz Grenzen gesetzt: keine Moschee darf größer sein als die Moschee in Mekka. Die weiße Moschee liegt mit Sicherheit nur knapp darunter, denn das Bauwerk ist nicht nur gewaltig, sondern dermaßen weiß, dass für Fotos dringend ein Filter vor der Linse empfohlen wird. Eine Besichtigung war leider noch nicht möglich, da der Bau noch nicht fertig ist. Aber ehrlich gesagt waren wir froh, als wir dieser mörderischen Hitze (hier gabs keinen Schatten und die Temperatur dürfte bei rund 50 Grad gelegen haben) wieder entfliehen konnten durch Schließen der Autotüren. Die nächste Station lag wieder rund 110 km entfernt Richtung Osten: die alte Oasenstadt Al Ain an der Grenze zu Oman. Während unsere Tochter schwitzend im Buggy geschobben wurde, schleppten wir anderen uns bei beinahe unerträglicher Hitze durch die "Central Gardens" von Al Ain. Ein wunderschöner Park, der aber nur mit kilometerlangen Wasserschläuchen instandgehalten werden konnte und leider so gut wie keinen Schatten bot. Selbst die Spielgeräte auf dem langersehnten Kinderspielplatz waren so heiß, dass unsere Tochter darauf verzichtete und lieber die Füße in ein Wasserbecken hielt. Einen kleinen Eindruck vom Festungsbau der Araber in vergangenen Zeiten bot das im Park befindliche Fort Jahli (*1898), ein Lehmpalast, der allerdings gerade restauriert wurde. Für einen ersten Ausblick "aufs Land" fuhren wir danach auf den Gipfel des 1340m hohen Jebel Hafeet, der uns nicht nur einen prima Ausblick bescherte, sondern auch noch die Handtasche einer Inderin finden ließ. Glücklicherweise war die indische Familie erst am Fuß des Jebel Hafeet angekommen und wir konnten sie per Handy erreichen. Sichtlich erleichtert nahm der Mann nach unserer Bergabfahrt die Handtasche wieder entgegen. In der Dunkelheit legten wir dann die letzten 130km durch die Wüste Richtung Dubai zurück. Ein Essen in einem libanesischen Restaurant und das WM-Qualifikationsspiel Deutschland - Russland (2:1) im Fernsehen rundeten den Tag ab. Übrigens zeigte sich nicht nur im Restaurant, wie kinderfreundlich die Araber sind. Unsere Tochter wurde nicht nur oft über den Kopf gestreichelt, sondern z.B. im Restaurant mit "Extraportionen" Eis und Kuchen verwöhnt, die sie natürlich begeistert annahm. Wo wir auch hinkamen, stand sie sofort im Mittelpunkt und wir wurden überaus freundlich und zuvorkommend behandelt.
Tour 2: Oman - Hatta - Fujeirah Am folgenden Wochenende führte unser Ausflug dann endlich auch in die "richtige" Wüste: Sanddünen wie im Bilderbuch und nicht die langweiligen Geröll- und Steinwüsten, die wir bislang zu Gesicht bekommen hatten. Nach rund 80km gen Osten Richtung omanischer Grenze verließen wir die Autobahn und fuhren mit dem Geländewagen über eine Sandstraße inmitten von Dünen, um nach langer Zeit mal wieder eine Düne zu besteigen und unserer Tochter eine "Erstbesteigung" zu ermöglichen. Doch trotz ihrer Liebe zu "selbstgemachten" Dünen im heimischen Sandkasten stießen die echten Dünen auf wenig Gegenliebe. In dem feinen Sand sank sie beim Hochklettern bis zu den Knien ein und der ständige leichte Wind wehte ihr den Sand ins Gesicht. Als wir endlich oben ankamen (selbst mit Sandalen voller Sand) blieb nur ein wenig Zeit für ein paar Fotos (siehe Galerie), da unsere Tochter auf keiner Fall mehr länger dort bleiben wollte. Um zu unserem eigentlichen Tagesziel, der Wüstenenklave Hatta, zu kommen, mussten wir rund 25km durch den Oman fahren. Näheres dazu unter "Naher Osten - Oman". Von der Grenze aus waren es dann nur noch rund 10 km, bis wir die Wüstenenklave Hatta am Fuß des Hajar-Gebirges erreichten. Von einer Funkstation hoch über der Stadt verschafften wir uns einen ersten Eindruck des kleinen Städtchens mit Moschee (*1780) und dem "Hatta Heritage Village" (incl. Fort Hatta von 1896). Es schloss sich ein Spaziergang in brütender Hitze durch dieses kleine Freilichtmuseum an, das neben dem Fort auch einige restaurierte Wohnhäuser und zwei Festungstürme umfasste. Wenigstens die Innenräume waren ein wenig kühler, sodass wir uns in Ruhe den Versammlungsraum, die Küche, Schlafzimmer und sonstige Räumlichkeiten ansahen. Als Belohnung für diese Strapazen plünderten wir den einzigen offenen kleinen Laden und nahmen kalte Getränke und Eis mit. Die anschließend mit Spannung erwartete Fahrt durch das an dieser Stelle bis zu 800m hohe Hajar-Gebirge wurde leider zu einer ziemlichen Enttäuschung. Die Landschaft war überaus eintönig und von "waghalsigen Streckenführungen" gab es keine Spur. Wir beschlossen, noch ein anderes Emirat der V.A.E. an deren Ostküste zu besuchen: Fujeirah. Angeblich auch ein Ferienparadies mit Endlosstränden. Am schwarzen (!) Strand beobachteten wir zunächst einige Fischer, die ihren Pickup dazu benutzten, die Netze aus dem Wasser zu ziehen... Unsere Tochter spielte derweil zufrieden im Sand, bis wir uns aufgrund anbrechender Dunkelheit zur Rückkehr nach Dubai aufmachen wollten. Dann stellte sich heraus, dass dieser schwarze Strand mit Teer dermaßen verdreckt ist, dass die Wildledersandalen unserer Tochter gleich in den Müll wanderten und wir unsere Schuhe nur mit Mühe wieder sauber bekamen. Wir haben uns nur gefragt, wo denn die Gäste der Hotels gleich hinter dem schwarzen Strand baden gingen...?
Kleinere Touren 1: Jumeirah Jumeirah ist ein recht großer Stadtteil Dubais und liegt unserer Unterkunft am nächsten. Außerdem beherbergt er zwei der großen Sehenswürdigkeiten Dubais: die "Palme" und das "Burj al Arab", das superteure segelförmige Luxushotel. Die "Palm Jumeira" war unsere erste Station beim ersten Ausflug zu dritt. Auf der langen Zufahrt (dem "Stamm" der Palme) reihte sich ein Hotel an das nächste, auf den "Zweigen" dann eine kleine Luxusvilla neben der nächsten. Jede mit eigenem Zugang zum Wasser und alle bestens geschützt durch Absperrungen an der Zufahrt. Wir fuhren gleich bis in den "Wipfel" der Palme - dem gigantischen Hotel "Atlantis", das kurz nach unserer Abreise von "Brangelina" (Brad Pitt und Angelina Jolie) mit einem Feuerwerk eingeweiht wurde. Ein Feuerwerk, das angeblich das größte der Welt war und somit dem Emirat Dubai einen weiteren Spitzenplatz in der Hitliste der Geldverschwender einbrachte. An der nördlichsten Spitze der Palme sahen wir uns dann ein wenig um, beobachteten die Yachten der Superreichen auf dem Meer und schwitzten bei gefühlten 60 Grad in der Sonne (Schatten gab es aufgrund der noch jungen Bäume nicht). Auf der Rückfahrt versuchte ich noch, einen geeigneten Platz für ein Foto der "Palmwedel" zu finden, aber die vielen Bauzäune und Absperrungen ließen das leider nicht zu. Unsere 2. Station war gleich ein 2. Highlight Dubais: das 7-Sterne-Hotel "Burj Al Arab", das segelförmige Luxushotel auf eigener Insel 280m vor einem der öffentlichen Strände von Jumeirah. Da wir keine Badesachen dabei hatten, blieb es bei einem ersten Wasserkontakt bis zu den Knien (das Wasser hatte fast Badewannentemperatur) und den ersten Fotos des Burj al Arab. Der Prachtbau ist 321m hoch, beherbergt 202 Suiten und diese kosten mindestens 1500 Euro / Nacht (Preise 2004). Die Anreise vom Flughafen ist bequem per Hubschrauber möglich, da sich oben am Hotel in luftiger Höhe ein eigener Landeplatz befindet. Bei späteren Ausflügen sollten wir noch näher ans Hotel herankommen. Leider darf mittlerweile niemand mehr die Insel betreten, der kein Zimmer gebucht hat. Eine wahre Erholung nach der Hitze war unser anschließender Kurzstopp im Pizza-Hut - fast schon ein wenig zu kühl... Zum Abschluss des Tages besuchten wir noch den großen "Jumeirah-Beach", einen riesigen Strand mit fantastischer Kulisse (wenn man vom Meer aus blickt). Vom Wasser aus sieht man fast sämtliche Wolkenkratzer Dubais incl. dem derzeit (2008) höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Dubai (dazu später mehr). Als die Sonne dann über dem Iran im Roten Meer versank, machten wir uns wieder auf den Heimweg.
Kleinere Touren 2: Hyatt Regency und Dubai Creek Das Hyatt Regency Hotel nahe Dubais Hafen Port Rashid bietet mit seinem um 360 Grad drehbaren Restaurant auf dem Dach die einmalige Möglichkeit, bei einer Tasse Kaffee innerhalb einer Stunde Dubai Downtown, das Nachbaremirat Sharjah und den Bau der 2. Palme (Palm Deira) zu beobachten. Für eben diese Tasse Kaffee fuhren wir ganz nach oben, um dann zu erfahren, dass nur die "Teilnahme" am Mittagsbufett zum Sitzenbleiben berechtigt. Und wenn man schon mal da ist... Also suchten wir uns einen Platz und genossen das sich langsam drehende Restaurant, den fantastischen Ausblick, das üppige Bufett und den leckeren Erdbeersaft in den großen Gläsern. Klare Strukturen der neuen Palme direkt vor uns im Meer waren leider noch nicht zu erkennen, nur eine riesige aufgeschüttete Sandfläche mit unzähligen Kränen und Baufahrzeugen. Nach dem - überraschenderweise dann doch nicht sooo teuren - Mittagessen folgten wir einem weiteren Tipp des Reiseführers und fuhren ins "alte" Dubai, das direkt am "Creek", einem Wasserlauf, liegt. Direkt an unserem Parkplatz startete eine der angepriesenen Creek-Schiffstouren auf einem alten, doppelstöckigen Holzboot ("Dhau"). Die Fahrt dauerte eine Stunde und es gab hin und wieder modernste Architektur zu sehen - dazu noch ein paar alte Dhaus, die hoch beladen vor sich hin dümpelten. Alles in allem ziemlich langweilig... Das einzig Sensationelle an der Bootstour war, dass wir so nahe am Anleger überhaupt einen Parkplatz bekommen hatten. Das sollte uns bei keiner der späteren Touren nach Alt-Dubai wieder gelingen.
Kleinere Touren 3: Dubai Heritage Village und Jumeirah Beach Hierzulande würde ein freier Eintritt in ein Museum stutzig machen - in Dubai dachten wir uns nichts dabei, als wir das Freilichtmuseum betraten, in dem die Lebensweise der vergangenen Jahrhunderte dokumentiert werden sollte. In brütender Hitze sahen wir uns ein paar Lehmhäuschen und Verschläge an, in denen ein paar Teppiche lagen. Das Highlight war hier eindeutig das Eis für unsere Tochter und ein paar kalte Getränke für uns. Wir fuhren daraufhin zum Jumeirah Beach, den wir nun ausgiebig genossen und nicht nur die Altstadt von Carcassonne im Sand nachbauten, sondern auch auf einem Luftkissen im badewannenwarmen Wasser dümpelten. Für 3jährige ist die Wassertemperatur zwar prima, aber die Brandung ist immer noch so stark, dass die Kinder nicht alleine ins Wasser gehen können, ohne umgeworfen zu werden. Aber das Sandburgbauen war ein vollwertiger Ersatz für unsere Tochter. Der Strand ist nur zu empfehlen - riesengroß, sauber, warmes Wasser, feiner Sand...
Kleinere Touren 4: Burj Dubai und Al Safa Park Der Bau des Burj Dubai beherrscht schon von weitem die Skyline Dubais. Natürlich wollten wir uns diese gigantische Baustelle einmal aus der Nähe ansehen und fuhren ahnungslos an der richtigen Autobahnabfahrt ab. Es folgte jedoch eine nervenaufreibende Suche inmitten von Bauzäunen, Umleitungen und Staus. Eher zufällig fanden wir den idealen Parkplatz im Parkhaus des Souk al Bahar, einem Komplex mit Einkaufspassage, Wohnungen und Büros direkt vor der Baustelle. Von einem - leider überfüllten - Cafe aus konnte man durch große Fenster die Bauarbeiten beobachten. Um jedoch ordentliche Fotos schießen zu können, mussten wir nach draußen und fanden - eher zufällig - einen Seitenausgang, der uns direkt zur Absperrung der Baustelle führte und von wo aus prima Fotos sowohl vom Burj Dubai selbst, als auch von den - meist indischen - Bauarbeitern und ihren riesigen Kränen und LKWs möglich wurden. Unsere Tochter schaute dem Gewusel auf der riesigen Baustelle zu Füßen des gigantischen Burj Dubai fasziniert zu. Nach Fertigstellung würde der Burj Dubai (sicherlich nur für kurze Zeit) mit 818m das höchste Gebäude der Welt sein. Noch thronte nahe der Spitze ein riesiger Kran (somit wohl auch der höchstgelegene Kran der Welt), der die Baumaterialien in schwindelnde (und schwankende) Höhen transportierte. Später würde der Burj Dubai auf einer Insel inmitten eines künstlichen Wasserbeckens stehen, für dass bereits die Bodenplatten verlegt wurden. Als Kontrastprogramm und in der Hoffnung auf einen schönen Kaffee besuchten wir am Nachmittag einen der großen Erholungsparks von Dubai - den Al Safa Park. Kaum zu glauben, wieviel Grün unter immensem Einsatz von Wasser in die Wüste gezaubert werden kann. Zu jedem Baum und jedem Strauch führte ein eigener Wasserschlauch, der mit kleinen Löchern so präpariert war, dass die Pflanzen unter einer ständigen feinen Dauerberieselung standen. Einziges Manko: das Restaurant war geschlossen, sodass wir uns den Kaffee "zuhause" selbst machen mussten.
Kleinere Touren 5: Wild Wadi Waterpark Schon im Reiseführer als Vergnügungswasserpark der Superlative angepriesen, übertraf der "WWW" unsere Erwartungen bei weitem. Natürlich sind wir von Deutschland her nicht sonderlich mit solchen Wasserparks verwöhnt - was aufgrund des Wetters auch gar nicht wirtschaftlich wäre. Aber bei einem Ganzjahresbetrieb scheint sich der Aufwand wohl zu rentieren. Die 130 Euro Eintritt (2 Ew, 1 Kind, 1 abschließbarer Schrank, incl. eines Bonus von der Homepage des Parks) wollen wir mal außer acht lassen und uns den Attraktionen des Parks widmen. 30 "Attraktionen" sorgten auch an diesem wieder sehr heißen Tag für ein volles Haus. Mehrere riesige Rutschen - von der Turbo- bis zur Kinderrutsche, künstliche Surf"strände", ein Strand mit künstlichen Wellen, ein Kinderwasserparadies mit Wasserkanonen und einem riesigen Wassereimer, der seinen Inhalt in regelmäßigen Abständen über die Kinder ergießt, mehrere Restaurants und (viel zu wenige) Liegen machten den Park zu einem echten Erlebnis. Wir probierten fast alles aus, wobei für unsere Tochter längst nicht alles geeignet war. Selbst in dem Kinderwasserparadies bekam sie Angst, als der riesige Wassereimer überlief und umkippte. Es dauerte lange, bis wir sie nach diesem "Schock" wieder in die Nähe der Anlage brachten. Die Hauptattraktion aber musste ich dann alleine ausprobieren: die Super-Riesen-Megarutsche "Jumeirah Sceirah Speed Slide". Zunächst galt es, einen 28m hohen Turm zu besteigen, von dem man einen fantastischen Ausblick auf Dubai, das Meer und das Burj al Arab in unmittelbarer Nähe hatte. Allein dafür lohnte sich schon der Aufstieg (leider ohne Fotoapparat). Hochinteressant waren dann oben die Reaktionen derjenigen Badegäste, für die es "soweit war": aus 28m Höhe führte eine 158m lange leicht gewellte schmale Speeeeeed-Rutsche nach unten. Einige kehrten um, nachdem sie den Blick nach unten riskiert hatten, eine Mutter wollte ihren Sohn unbedingt dazu bewegen, endlich die Griffe loszulassen, eine junge Frau saß ungelogen 5 Minuten auf der Rutsche und wusste nicht, ob sie zurückkehren oder sich das wirklich antun wollte. Das Erstaunlichste aber war: Niemand der zahlreichen wartenden Badegäste beschwerte sich, wenn es länger dauerte. Alle warteten geduldig, bis auch die letzten Entscheidungen gefallen waren und wieder jemand auf dem Rücken mit vor der Brust verschränkten Armen die gigantische Rutsche runterraste. Schon ein komisches Gefühl, dann selbst oben vor der erschreckend schmalen Rutsche zu stehen, die eher einer Spielplatzrutsche als den Röhrenrutschen unserer Schwimmbäder glich. Die Schussfahrt nach unten wurde mit viel Wasser "geschmiert", lediglich an den "Bodenwellen" hob man kurz ab und "schwebte" für einen kurzen Augenblick in der Luft. Aber dann war es auch schon vorbei - die Badehose hing ungefähr in Kinnhöhe als ich unten in der Auslaufzone das Wasser in die Nase gedrückt bekam und erstmal nicht wusste, wo oben und unten war. Trotzdem toll.
Was sonst noch? Kleine Tipps für Dubai
- Burj al Arab bei Nacht Sehr lohnenswert ist eine nächtliche Fahrt zum Jumeirah Beach für ein Foto des erleuchteten Burj al Arab-Hotels. In "unserer" Nacht (gegen 2 Uhr) wurde es mit weißem Licht angestrahlt und wirkte wie ein weißes Segel inmitten der Schwärze über dem Roten Meer. Riesige Scheinwerfer auf dem Dach ergänzten dieses Bild durch tolle Lichteffekte, daher unbedingt Stativ mitnehmen! In anderen Nächten können die Farben des Lichts übrigens wechseln.
- Klimatisierte Bushaltestellen Für eine kurze Pause bei den seltenen Spaziergängen (hier fahren alle nur Auto) bieten sich die vollklimatisierten Bushaltestellen an, die per Schiebetür luftdicht verschlossen sind und innen einen angenehme Kühle bieten.
- Einkaufsmeilen Eine weitere Möglichkeit der Abkühlung, die von den Einheimischen - und auch allen anderen - gerne genutzt wird, ist der Besuch einer der vielen "Malls", zu deutsch: Einkaufszentren. In großen Glaspalästen reiht sich ein Laden an den anderen, davon mindestens die Hälfte bestehend aus amerikanischen oder europäischen Ketten, die man von heimischen Fußgängerzonen nur zu gut kennt. "Unsere" Mall, die "Mall of Emirates", unterschied sich nur in einem Punkt von den anderen: Auf dem "Dach" befand sich die bereits oben erwähnte Indoor-Ski- und Rodelanlage.
- Alkohol Offiziell gibt es in ganz Dubai lediglich am Flughafen bei der Einreise Alkohol zu kaufen (auch nicht in Restaurants). Im Nachbaremirat Abu Dhabi soll es angeblich anders sein. Interessanter Nebeneffekt: im riesigen "Carrefour"-Supermarkt in unserer Mall gab es das größte Angebot alkoholfreien Bieres, das ich je gesehen habe.
- Benzinpreis Das Benzin ist zwar erheblich billiger als bei uns, aber ganz umsonst nun auch wieder nicht. Während unseres Aufenthaltes kostete der Liter 37 Cent.
Literatur:
Reiseführer: Gerhard Heck: Dubai - mit Hatta, Al Ain, Sharjah. - Köln: DuMont, 2004. - 240 S. mit zahlr. Fotos und Karten (DuMont Reise-Taschenbuch) ISBN 3-7701-6044-4
Karten V.A.E.: Vereinigte Arabische Emirate: Mit Stadtplänen Abu Dhabi, Dubai Maßstab 1:470.000 (Dubai: 1:80.000) 2. Aufl. - Bielefeld: Reise-Know-How, 2006. - 70x100cm 2seitig ISBN 3-8317-7184-7
Karte Dubai: Dubai map 1:80.000. - 2. Aufl. - Dubai: Explorer Publishing, 2008 ISBN 978-9948-442-86-8
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